Wieder auf die Beine kommen

Oder: Wie man nicht aufgibt und weiter macht

Handelt man aus den richtigen Gründen, gibt man nie auf

Neu bedeutet auch unbekannt

Immer, wenn wir nach etwas Neuem streben, begeben wir uns auf unbekanntes Terrain. Wir beschreiten einen Weg, der uns nicht vertraut ist und begegnen dabei zwangsläufig auch neuen Themen, mit denen wir nicht vertraut sind. Manche von ihnen sind einfach nur neu und verlangen uns nicht viel ab, andere dagegen erscheinen uns als Hindernisse und scheinen uns am Weg hindern zu wollen, oder ihn zumindest zu erschweren.
Begegnen wir derartigen Hindernissen, wissen wir anfangs oft nicht, wie wir mit ihnen umgehen sollen, um sie erfolgreich zu überwinden und wollen fast schon wieder aufgeben.

Nehmen wir als Beispiel den Weg in die Selbstständigkeit. Für viele ist die Vorstellung unabhängig zu sein und die Arbeitszeit frei einteilen zu können sehr angenehm. Fassen einige dann den Entschluss, dieses Ziel in Angriff zu nehmen und legen los, dauert es nicht lange, bis man den ersten Hürden begegnet: Die Meldung bei der Handelskammer, die Klärung mit dem Finanzamt, passende Räumlichkeiten finden usw. In solchen Momenten realisiert man dann erst, für welch schwierigen Weg man sich entschieden hat und schnappt erst mal nach Luft. Solche Hürden begegnen einem immer wieder und immer muss man sich entscheiden, ob man weiter macht oder wieder aufgibt. Ist einem das Ziel wichtig genug? Weshalb sollte man dran bleiben oder wieso nicht?
In solchen Situationen trennt sich die Spreu vom Weizen, denn nur mit der entsprechenden Haltung überwindet man die Hürden und kommt ans Ziel. Nur, wenn man keine utopischen Vorstellungen hat und sich bewusst ist, dass ein neuer Weg Abzweigungen und Hindernisse bereithält, erlebt man Rückschläge nicht als absolut demotivierend.

Es ist also wichtig, mit welcher Haltung man sich auf den Weg macht. Fasst man zum Beispiel eines Tages aus Frust über eine nicht zufriedenstellende Arbeit den willkürlichen Entschluss, sich selbstständig zu machen und kündigt ohne jegliche Vorbereitung und trifft dann auf dem Weg auf die erste Hürde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man wieder aufgibt.

Bereitet man sich dagegen vor und holt alle Informationen ein, die man vorab bekommen kann, hat man zumindest schon mal eine grobe Vorstellung davon, was der Weg für einen bereithält und kann sich darauf einstellen. Da die Hindernisse dann auch nicht überraschen können, ist man bei weitem nicht so überfordert und findet leichter eine Lösung. Wie wir uns also auf unbekanntes Terrain begeben, liegt allein an uns.

Dem unbekannten mit der richtigen Haltung begegnen

Allerdings reicht die Vorbereitung allein nicht aus, denn jeder neue Weg hält nun mal auch Aspekte bereit, mit denen man nicht rechnet. Genau in solchen Momenten kommt es auf unsere Einstellung an. Wir werden zwangsläufig auf die Probe gestellt und dazu gezwungen, immer wieder über unsere Wünsche und Ziele zu reflektieren und darüber, welche Priorität sie für uns haben. Nur, wenn der unbedingte Wille, das Ziel zu erreichen wirklich vorhanden ist, lässt man sich trotz aller Rückschläge nicht davon abbringen.

Entscheidend ist dabei, mit welcher Einstellung man Rückschlägen begegnet. Erscheint einem das Problem zu groß oder zu schwierig, ist unwillkürlich die Motivation geringer, nach einer guten Lösung zu suchen, weil man nicht davon ausgeht, sie zu finden. Da entsteht die Tendenz, aufgeben zu wollen. Betrachtet man das Problem dagegen als Herausforderung und Möglichkeit zu wachsen und etwas zu lernen, findet man auch wahrscheinlicher eine Lösung, weil man von vornherein optimistischer eingestellt ist.

Greifen wir dazu nochmal das obige Beispiel mit der Selbstständigkeit auf. Will man z. B. eine Bank eröffnen, muss man sich bei der Handelskammer registrieren, was aber schwierig wird, wenn man nicht die nötige Ausbildung nachweisen kann. Ist dieses Problem gelöst, besteht das nächste Problem womöglich darin, geeignete Räume zu finden usw. Diese Hürden sind nicht unüberwindbar, erfordern aber Zeit und Kraft und wir müssen uns entscheiden, ob wir bereit sind, beides zu investieren. Bei jedem Hindernis stellt sich diese Frage immer wieder und nur, wer sie unbedingt mit ja beantworten kann, überwindet es letztendlich.

Der Grund ist entscheidend für die Haltung

Zu Recht stellst du dir jetzt vielleicht die Frage, woher die richtige Haltung kommt und wie man sie sich aneignet.
Diese entsteht nur, wenn wir unser Ziel aus den richtigen Gründen verfolgen. Denn nur die richtigen Gründe lassen in uns die notwendige Motivation und Entschlossenheit entstehen, den neuen Weg in aller Konsequenz bis zum Ende zu gehen.

Welche Gründe, sind die richtigen? Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, nicht in den klassischen Schubladen richtig und falsch zu denken, sondern zu bedenken, dass jeder individuelle Gründe hat, sein Ziel erreichen zu wollen. Den richtigen Grund erkennt man daran, dass er immer wieder die Motivation aufsteigen lässt, wenn man auf die Probe gestellt wird.

Bei so manchen Hindernissen wird man genug verzweifeln und sich fragen: „Warum mache ich das überhaupt? Warum schlage ich mich mit diesen Problemen rum und nehme den Stress und die schlaflosen Nächte auf mich? Wenn du dich bei der Beantwortung dieser Fragen auf den ursprünglichen Grund besinnst und spürst, wie die Entschlossenheit dich wieder aufstehen und weiter machen lässt, dann weißt du, dass du aus der richtigen Motivation heraus handelst. Sonst würdest du gar nicht erst wieder aufstehen.

Egal also, wie viele Absagen du verkraften, wie viele Entwürfe du vernichten, oder wie viele behördliche Schranken du überwinden musst, wenn du aus den für dich richtigen Gründen handelst, wirst du dich davon nicht abbringen lassen und weiter machen.

Natürlich können sich deine Gründe im Laufe der Zeit ändern, schließlich veränderst du dich ebenfalls auf den von dir eingeschlagenen Weg. Das ist vollkommen in Ordnung, so lange sie für dich richtig bleiben.

Viel Erfolg wünsche ich dir dabei!

Sayeda

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