Wie man die richtigen Ziele erkennt

Oder: der Grund für dein ständiges Scheitern

Eigene und fremde Ziele lassen sich mit etwas Übung auseinanderhalten.

Warum du dein Ziel nicht erreichst

Das Leben selbst ist ein sehr guter Wegweiser, denn es versteht sich hervorragend darauf, uns die richtigen Hinweise zu geben. Manchmal passiert das auf subtile Weise, dann wiederum bekommen wir eine spürbare Backpfeife verpasst.

Nehmen wir dazu mal an, du hast ein wichtiges Vorstellungsgespräch für eine Stelle, die dein absoluter Traumjob wäre. Natürlich stehst du rechtzeitig auf, um dich vorzubereiten, passend anzuziehen und zur richtigen Zeit loszugehen. Auf dem Weg dorthin aber wirst du aufgehalten, weil eine Brücke eingestürzt ist und daher dein weiterer Weg abgesperrt ist. Du versuchst alles Erdenkliche um doch noch irgendwie rechtzeitig anzukommen, schließlich willst du unbedingt den Traumjob ergattern. Schlussendlich musst du jedoch kapitulieren und kehrst mit hängenden Schultern, schlurfenden Schritten und in geknickter Stimmung nach Hause.

Zwei Wochen später erfährst du zufällig durch einen Freund oder Bekannten, dass dein ehemaliger potentieller Arbeitgeber hochgenommen wurde, weil seine illegalen Geschäfte aufgedeckt wurden. Da warst du bestimmt froh, dass die Brücke an jenem Tag abgesperrt war und du doch einen anderen Job angenommen hast.

Das Beispiel mag kurios klingen, ist aber tatsächlich nicht weit von der Realität entfernt. Scheinbar merkwürdige Ereignisse blockieren unseren Weg, führen jedoch am Ende immer wieder in die richtige Spur.

Zurück zu deinem Ziel. Welchen Wunsch hegst du in dir? Möchtest du Ärztin, Astronom oder Buchhalter werden? Hast du schon alle möglichen Wege erprobt und bist immer wieder gescheitert?

Das macht dich bestimmt niedergeschlagen, aber dieses Problem löst sich nicht, indem du es weiterhin allen Widerständen zum Trotz verfolgst, sonst hätte es schon lange funktioniert.

Stelle dir folgende Frage und beantworte sie ehrlich: Warum willst du unbedingt dieses Ziel erreichen? Nimm dir dafür ausreichend Zeit, denn die Antwort steckt in deinem Innersten, weshalb du folglich eine gewisse Zeit in dich hinein hören musst.

Wenn du auf die folgenden Antworten kommst, dann hast du das Problem eigentlich schon bei der Wurzel gepackt:

•    „Ich möchte auf keinen Fall meine Eltern enttäuschen.“
•    „Ich möchte in der Gesellschaft etwas darstellen.“
•    „Nur wenn ich dieses Ziel erreiche, werde ich anerkannt.“

Es gibt bestimmt noch viele mögliche Antworten, aber diese drei sind für unsere Zwecke völlig ausreichend. Denkt man darüber nach, woher diese Sätze, genauer gesagt Glaubenssätze kommen, stellt man ziemlich leicht fest, dass sie nicht wirklich unsere eigene Gedankenwelt widerspiegeln. Es handelt sich um Konditionierungen, die uns unser Umfeld eingetrichtert hat, damit wir „vernünftig handeln“ und uns im Leben in sicheres Fahrwasser begeben.

Diese Konditionierungen und die daraus folgenden Zielsetzungen haben aber eine geradezu fatale Wirkung auf unsere eigene Persönlichkeit: Dadurch, dass wir sie von außen übernehmen, beginnen wir unweigerlich auf unbewusster Ebene, an uns und unseren Stärken zu zweifeln. Unbewusst lassen wir unsere ureigenen Ziele und Wünsche für unser Leben durch andere überdecken und glauben dabei, dass es unsere sind. Folglich bemühen wir uns, ein Ziel zu erreichen, dass uns letztendlich nur unglücklich machen kann, denn es ist ja nicht von uns, wir denken es nur und genau aus diesem Grund verpasst das Leben uns eine Backpfeife, damit wir ja aufhören, etwas nachzujagen, was nur ins Unglück führt. Und je vehementer wir dem nachjagen, desto härter bekommen wir die Backpfeife zu spüren. Zuerst ist vielleicht nur die Brücke versperrt, beim nächsten Mal werden wir vielleicht fast angefahren und beim nächsten Versuch geraten wir vielleicht in einen schlimmen Unfall, bis wir kapieren, dass dieses heiß ersehnte Ziel einfach nicht das richtige für uns ist.

Wie du dein wahres Ziel erkennst

Wie überwindet man dann aber die Konditionierung und gelangt so zum wahren Ziel? Also dem Ziel, dass uns wohl glücklicher machen soll?
Die Antwort darauf ist sowohl schwer als auch einfach. Höre noch tiefer in dich hinein. Nur so kommst du deinem eigentlichen Ziel näher. Das wird noch mehr Zeit in Anspruch nehmen und unter Umständen auch etwas schmerzhaft sein, denn sie liegen oft tief vergraben. Hinzu kommt, dass du möglicherweise auch etwas Angst verspürst, weil du so mit einer neuen Seite deiner Persönlichkeit in Berührung kommst.
Dein wahres Ziel könnte eins der folgenden Beispiele sein:

•    Eigentlich wollte ich schon immer mit Tieren arbeiten
•    Mich hat schon immer die Kunst zu malen fasziniert
•    Ich wollte schon immer im Zirkus arbeiten

Auch hier gilt: Die Liste könnte um viele Beispiele verlängert werden, aber das ist jetzt unwichtig.
Haben wir unsere wahren Ziele für uns erschlossen, regt sich meistens innerer Widerstand. Dieser zeigt sich oft durch Angst vor der Reaktion unseres Umfeldes. Gedanken wie „Aber was würden meine Eltern von mir denken?“ oder „das ist doch überhaupt kein sicherer Arbeitsplatz.“ oder vielleicht der schlimmste Gedanke: „Alle werden mich auslachen!“

Diese Ängste entspringen ebenfalls unserer Konditionierung und so verständlich sie im ersten Moment sind, sollte man sich folgendes klar machen: Oft sind sie nicht unbedingt rational. Dazu muss man nur genauer hinsehen.

Wenn deine Freunde dich auslachen (bei Eltern ist das hoffentlich seltener der Fall) sind sie nicht wirklich Freunde und du kannst daher deren Reaktion ruhig außer Acht lassen. Echte Freunde, sind aber ehrlich zu dir und wenn dein Ziel nicht allzu abgehoben ist, werden sie dir auch beistehen.

Es ist natürlich möglich, dass deine Eltern enttäuscht über den von dir eingeschlagenen Weg sind, weil sie sich einfach gern etwas anderes für dich erhofft hätten, aber es gehört zum Leben dazu, dass man es nicht immer jedem Recht machen kann. Stelle dieser Befürchtung mal folgende Tatsache gegenüber: Wenn deine Eltern dich letztendlich als unglücklich erleben, macht sie das auch nicht glücklich und du hast doppelt nichts davon.

Natürlich sollte man vor allem in unserer heutigen Zeit nach einer gewissen Sicherheit streben, aber damit ist es auch nicht wirklich weit her, wenn nicht ein gewisses Maß an Zufriedenheit gegeben ist. Denn dann bleibt man für gewöhnlich auch nicht lange dabei.

Also sei ehrlich zu dir und folge deinem wahren Ziel, sonst kriegst du wieder eine Backpfeife verpasst!

Alles Liebe

Sayeda

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