Wie man aus einer Depression herausfindet

Depressionen überwindet man durch Neuausrichtung der eigenen Energie

Depression ist nicht gleich Depression

Die Gründe, weshalb Menschen Depressionen bekommen, sind vielfältig. Entweder, weil ein sehr wichtiges Projekt fehlschlägt z. B. der Versuch sich selbstständig zu machen, weil ein gewünschter Abschluss nicht erworben wird oder auch weil eine freundschaftliche oder partnerschaftliche Beziehung in die Brüche geht. Wenn einem so etwas passiert, dann ist man im ersten Moment geschockt, traurig oder niedergeschlagen. Nach einer gewissen Phase der Niedergeschlagenheit beginnt man aber jedoch zu reflektieren und findet die Gründe für sein Scheitern heraus. Daraus erwächst dann meistens ein effizienter Lernprozess, in dem man seine Schwächen erkennt und daran arbeitet, aber auch seine Stärken entdeckt und weiter für sich festigt. Mit diesem Wissen geht dann oft eine erhöhte Motivation einher und man wagt sich nochmal mit gestärktem Selbstvertrauen an dasselbe Ziel oder entdeckt ein neues für sich.

Allerdings gibt es auch Menschen, die Monate, sogar Jahre in einer Depression feststecken ohne wieder herauszufinden. Sie ziehen sich zunehmend in sich selbst zurück und entwickeln zudem oft eine starre Beratungsresistenz, nicht weil sie gut gemeinte Ratschläge für Unsinn halten, sondern weil sie den Glauben an sich und ihre Fähigkeiten verloren haben. Das ist ein herber Schlag für das Selbstwertgefühl.

Solche Menschen haben oft zu viele Rückschläge einstecken müssen. Dadurch entstehen zunächst starke Zweifel, die dann in der Gewissheit gipfeln, dass die eigenen Fähigkeiten nichts wert sind, sonst hätte man damit ja Erfolg gehabt. Gedanken wie z. B. „Egal, was ich anpacke, ich scheitere immer wieder.“, oder „Wenn ich ständig scheitere und einfach nichts gebacken bekomme, stimmt doch etwas nicht mit mir. Dann wächst die Überzeugung, dass es überhaupt keinen Sinn hat, etwas Neues zu versuchen, weil es ja nur zum Scheitern verurteilt sein kann.

Dann gibt es Menschen, die jahrelang ihre Energie vergeuden, indem sie krampfhaft versuchen, alte festgefahrene Strukturen, wie überkommene Traditionen zu verändern und dabei immer verbissener werden. Zu diesen gehöre ich. Ich habe jahrelang versucht, in meinem engsten Umfeld Veränderungen herbeizuführen, weil ich erkannt hatte, dass deren Denk- und Verhaltensmuster einfach nicht mehr zeitgemäß sind und zudem auch für die betroffenen Menschen selbst nicht gut sind. Als Außenstehender erkennt man vermutlich sehr schnell, dass dieses Vorhaben von an Anfang nicht gelingen kann, weil sich über Jahrzehnte festgefahrene Muster nicht von einer Person so einfach ändern lassen. Dabei sind ständige Verletzungen vorprogrammiert, wodurch man sich nur nach unten arbeitet.

Ein weiteres Beispiel sind Menschen, die in Jobs sitzen, die sie depressiv machen oder in schädlichen zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie ebenfalls runterziehen. Solche Umstände sind die reinsten Energiefresser, da sie fest im Alltag integriert sind und einem meistens oft nicht bewusst sind.

Wie man die Depression überwindet

Findest du dich in einer dieser Beispiele wieder? Falls ja, bist du zu beglückwünschen, denn das bedeutet, dass du bereit bist etwas zu verändern und damit auf dem richtigen Weg bist. Falls keines der Beispiele auf dich zutrifft und du mit deinem Leben zufrieden bist; auch gut, denn dann erhältst du vielleicht ein paar Ansätze, um betroffenen in deinem Umfeld helfen zu können.

Wenn du dich wirklich langfristig verändern und mit dem Thema Depression abschließen willst, dann ist der erste Schritt folgender: Komme aus deiner Höhle heraus, denn nur so signalisierst du auch deinem Umfeld, dass du bereit bist, etwas zu tun. Konkret heißt das: Verlasse deine Wohnung, nimm liegen gebliebene Aktivitäten wieder auf und melde dich wieder bei deinen Freunden und Bekannten.

Nächster Schritt: Das kostet vielleicht Überwindung, aber springe über deinen Schatten und bitte um Hilfe. Das ist nicht das Eingeständnis, versagt zu haben, sondern die Erkenntnis eines erwachsenen Menschen, der die Notwendigkeit von Unterstützung verstanden hat. Also noch ein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen. Menschen, die dich wirklich schätzen, werden erkennen, dass du bereit bist und werden dir nur zu gerne helfen. Sie werden froh sein, dass du auf sie zugegangen bist.

Dann falls du zur Sorte wiederholendes Scheitern gehörst: Reflektiere und das auf gar keinen Fall allein über die Gründe, weshalb es dir nicht gelungen ist, deine Ziele in die Tat umzusetzen. War es die falsche Herangehensweise? Oder schlicht das falsche Ziel? Mit jemandem zusammen lassen sich diese Fragen viel objektiver beantworten, ohne wieder rückfällig zu werden. Möglicherweise musst du bisher gesteckte Träume aufgeben, was mitunter schmerzhaft sein kann, aber gleichzeitig schaffst du dafür Platz für neue Möglichkeiten und Wege.

Gehörst du zur Sorte, die beispielsweise in einer unglücklichen Beziehung feststeckt, dann erkennst du das ziemlich schnell daran, dass dir zunehmend Energie für andere Dinge fehlt. Der Grund dafür ist der, dass du permanent Zeit und Energie in deine Partnerschaft investierst, sich aber langfristig nichts zum Besseren verändert, was zweifelsohne für Frustrationen sorgt. Das verschlingt Unmengen an Energie.

Auch in diesem Fall gilt: Hole Rat und Hilfe von dir nahestehenden Personen ein, damit du auch eine andere Perspektive und mehr Objektivität hast. So findest du eher nach einer sinnvollen Lösung für das Problem, die gut für deine psychische Gesundheit ist.

Gehörst du zu meiner Sorte, die sich jahrelang mit ausweglosen Versuchen der Veränderung von festgefahrenen Strukturen abgemüht hat, dann tu folgendes: Sprich mit deinen Freunden. In nahezu 100 % der Fälle werden sie dir sagen: „Das führt zu nichts, weil der Versuch nur von einer Seite kommt. Lass es bleiben und ziehe die nötigen Konsequenzen für dich. Du hast dir nichts vorzuwerfen.“ Wenn du eine solche Antwort hörst, egal wie formuliert, dann tu folgendes: Hör auf diesen Ratschlag und setze ihn konsequent in die Tat um! Denn bei dieser Antwort handelt es sich um eine unumstößliche Wahrheit: Veränderung, die mehrere Menschen betrifft, muss von beiden Seiten gewollt sein, sonst wird es einfach nichts.

Das allerwichtigste, wenn du aus einer Depression raus willst, ist: Tu es nicht alleine. Lass dich stützen und dir Kraft geben.

Alles Liebe

Sayeda

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