Wenn Leben neu beginnt

Wenn der Kreislauf wieder auf Anfang geht

Wir sollten lernen, uns wieder als Teil der Natur wahrzunehmen

Der Frühling bedeutet Neugeburt

Wir kennen das alle: Der Winter ist eine sehr anstrengende Zeit. Er ist kalt, dunkel und grau. Die Tage sind verdammt kurz und die Nächte scheinen nie zu Ende zu gehen. Die letzten Blätter fallen von den Bäumen, die Pflanzen verwelken und alle Tiere haben sich entweder zum Winterschlaf begeben oder sind nach wärmeren Gefilden geflogen. Der Winter scheint düster und trostlos, weil alles einen toten Eindruck macht.

In dieser Zeit scheint alles schwerer zu fallen. Wir ziehen uns möglichst in uns selbst zurück und sind weniger aktiv. Eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit beginnt, lediglich erhellt von den Lichtern von Weihnachten und Sylvester.

Man kann sagen, dass das Leben eine Pause macht. Es bewahrt seine Energie auf und wartet auf den richtigen Moment, sie wieder freizulassen, um seine Anwesenheit zu demonstrieren. Der Kreislauf geht in die letzte Phase.

Im Frühling ist es dann soweit und wir erleben die Natur wieder in all ihrer Pracht, was auch an uns nicht spurlos vorüber geht. Wer ist nicht automatisch besserer Laune, wenn draußen die Sonne scheint und die Gräser wieder üppig grün sind? Die Tiere erwachen wieder oder kehren zurück. Das Leben tritt wieder in Aktion und aus genau diesem Grund ist dies auch eine super Gelegenheit für uns durchzustarten.

Vor dem Neubeginn Bilanz ziehen

Wie oben schon erwähnt, ist der Winter die Jahreszeit für Ruhe und Besinnung. Die Gelegenheit innezuhalten, in sich zu gehen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Aber auch, um die Batterien wieder aufzuladen und Kraft für neues zu sammeln.

Welche Bilanz ziehst du? Wie beurteilst du den Verlauf des bisherigen Jahres? Positiv, negativ oder womöglich sogar neutral? Welche Ambitionen hattest du oder welches Projekt wolltest du starten? Wie ist es gelaufen? War es von Erfolg gekrönt, oder hast du mittendrin aufgehört? Wenn ja, warum? Lass dir all diese Fragen durch den Kopf gehen und sei dabei ehrlich mit dir selbst. Es geht nicht im Mindesten darum, mit sich selbst ins Gericht zu gehen - denn das führt zu nichts – sondern sich genau anzusehen, was geklappt hat und was nicht und was die möglichen Gründe dafür waren. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, eine Liste zu machen, da Aufzeichnungen eine gute Stütze sein können.

Welche Bilanz du auch immer ziehst, mache bitte nicht folgenden Fehler: Überstrapaziere nicht deine Energiereserven und presche gleich vor, um die Unzulänglichkeiten oder Fehler auszubügeln, ohne dir konkret Gedanken zu machen. Das sorgt nur für Rückschläge und unnötigen Frust. Nutze die Ruhe, um dir einen konkreten Plan mit passenden Alternativen zurechtzulegen und dich vorzubereiten. Nicht ohne Grund heißt es: Alles zu seiner Zeit.
Was wir von der Natur lernen sollten

Wenn du glaubst, vor lauter Ungeduld zu platzen, dann nimm dir die Natur als Beispiel: Die Tiere und Pflanzen wachen nicht aus dem Winterschlaf auf oder kehren vor Beginn des Frühlings zurück. Sie wissen instinktiv, wann es an der Zeit ist, zurück zu kehren.

In dieser Hinsicht ist die Natur ein wirklich gutes Vorbild. Wir Menschen sind zwar unleugbar ein Teil der Natur, aber verhalten uns irgendwie nicht naturgemäß. Wir sind so auf unseren Verstand fixiert, dass wir verlernt haben, auf unseren Instinkt zu hören. Gut, nennen wir es vielleicht lieber Intuition oder das altbekannte Bauchgefühl.

Aber was genau ist diese Intuition oder das Bauchgefühl? Das ist die Fähigkeit, zu erkennen wann etwas gut für uns ist und wann nicht. Wir sind so sehr mit denken beschäftigt, dass die meisten von uns sogar vergessen haben, dass wir diese Fähigkeit besitzen. Wir denken daran Geld zu verdienen, oder noch die Arbeit für den Chef zu erledigen, oder unsere Kinder zum Sport zu fahren, oder unsere Steuererklärung einzureichen, oder den nächsten Urlaub zu buchen, oder oder oder….

Wir hetzen uns durch, egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter und merken dabei gar nicht, dass wir wider unserer Natur handeln. Gerade in hektischen Zeiten ist es aber sehr wichtig,  mal innezuhalten und in uns zu gehen. Denn unser altbekanntes Bauchgefühl weiß, sehr genau, ob wir loslegen oder besser auf Pause drücken sollten. Sich darauf einzulassen erfordert etwas Übung, aber sie lohnt sich, denn abgehetzt durchs Leben zu jagen ist pure Zeit- und Energieverschwendung.

Die Natur hetzt sich nicht ab, um die nächste Jahreszeit einzuläuten, sondern lässt es einfach geschehen. Nie blühen die Blumen oder schmilzt der Schnee in Lichtgeschwindigkeit, sondern immer im selben Rhythmus. Der Lauf der Zeit lässt sich nicht bremsen oder gar stoppen, unabhängig ob man innehält oder nicht.

Der Frühling bedeutet in Aktion zu treten!

Was genau bedeutet das also für uns? Den Winter als das zu nehmen, was er ist: Eine Zeit der Ruhe und Reflexion. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du zu spät loslegst oder etwas verpasst, der nächste Frühling kommt so oder so. Nutze also die Zeit, um dich auszuruhen, deine Pläne zu entwerfen und auf deine Intuition zu hören. Du wirst intuitiv wissen, wann es an der Zeit ist, zu starten, wenn du dich wieder als Teil der Natur wahrnimmst. Du denkst aber, du könntest den richtigen Zeitpunkt verpassen? Mal ehrlich, hast du jemals den Frühlingsanfang verschlafen? Diese Frage kann nur jemand mit ja beantworten, wenn er unter der Erde lebt und wirklich nichts vom Lauf der Zeit registriert, was wohl kaum realistisch ist.
Besinne dich also wieder auf die Natur und ihren dazugehörigen Kreislauf, dann wirst du wissen, wann du loslegen kannst.

Viel Spaß dabei!

Sayeda

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