Was Gewichtsverlust wirklich bedeutet

Oder: Warum Abnehmen ohne Auseinandersetzung mit uns selbst nicht möglich ist

Abnehmen bedeutet, alle drei Aspekte von Ballast zu befreien

Warum wir Übergewicht ansetzen

In unserer heutigen Gesellschaft verbringen wir sowohl im Beruf als auch in unserer Freizeit viel Zeit innen am Schreibtisch. Ob wir Geschäftsbriefe tippen oder Videospiele zocken, hauptsächlich sitzen wir dabei. Hinzu kommt dann noch die kohlenhydratreiche Ernährung mit zunehmend industriell gefertigten Lebensmitteln, die wegen der zugesetzten künstlichen Zusatzstoffe ebenfalls schädliche Auswirkungen auf uns haben. Wir essen also relativ gesehen viel und bewegen uns aber viel zu wenig, um die zugeführte Nahrung wieder zu verbrennen. Es ist also ziemlich einleuchtend, dass diese Gleichung langfristig nicht aufgehen kann.

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt. Viele Menschen essen, um sich emotional wieder zu stabilisieren. Das bedeutet, wenn sie einsam sind oder Liebeskummer haben, versuchen sie dieses Gefühl – meistens mit Süßigkeiten – zu kompensieren. Da das aber immer nur vorübergehend wirkt, das schlechte Gefühl aber bestehen bleibt, greifen sie immer wieder danach.
Ernährung hat für uns also nicht nur den notwendigen Effekt der Versorgung des Körpers mit den nötigen Nährstoffen, sondern es existiert auch eine emotionale Bindung.

Warum Diäten kein Übergewicht beseitigen

Irgendwann beim x-ten Steigen auf die Waage oder beim x-ten Blick in den Spiegel überkommt einen dann der Moment scheinbar unverrückbarer Entschlossenheit, in dem wir uns vornehmen, endlich abzunehmen. Wir sagen zu uns selbst Sätze wie: „Jetzt reicht es endgültig, ich fange morgen mit einer Diät an!“ Oder: „Ich will endlich wieder in meinen Rock mit Konfektionsgröße 36 passen, also melde ich mich morgen im Fitnessstudio an!“

Dann melden wir uns also im Fitnessstudio an und nehmen aus dem Supermarkt nur noch die Lebensmittel mit, die entweder ein Low-Fat oder Zero-Zucker-Etikett aufgeklebt haben und machen uns frisch ans Werk. Wir starten mit einer Salat-Diät, Kohl-Diät oder Kartoffel-Diät, trainieren bis zum abrackern im Fitnessstudio, halten ein paar Wochen oder gar ein paar Monate durch und sind dann frustriert, wenn auf der Waage nicht das gewünschte Gewicht angezeigt wird. Diese Frustration zerstört unsere Motivation und wir beginnen dann wieder so wie früher zu essen. Der altbekannte JoJo-Effekt tritt ein.

Diesen Effekt hat so gut wie jede Diät. Der Jojo-Effekt lässt sich auch nicht verhindern, weil Diäten Verzicht fordern. Sei es auf bestimmte Getreidesorten, Gemüsesorten oder Obstsorten. Wir verweigern damit unserem Körper wichtige Nährstoffe, wodurch er den Stoffwechsel auf Sparflamme runterdreht und Vorräte in Form von Fett ansetzt, um die Notsituation gut zu überstehen. Mit jeder erneuten Diät verstärkt sich dieser Effekt aufs Neue. Dabei geht es beim Abnehmen aber genau darum, den Stoffwechsel aufzudrehen, da man mit Diäten aber nur das Gegenteil erreicht, können sie keine Lösung sein. Im Gegenteil, sie verstärken nur das Problem.

Worum es beim Abnehmen wirklich geht

Schlechten Gewohnheiten mit Diäten zu begegnen ist also keinesfalls die richtige Lösung. Vielmehr geht es darum, die Ursache für die bisher bestehenden schlechten Gewohnheiten herauszufinden. Bei ihnen handelt es sich um Mechanismen, die wir uns irgendwann angeeignet haben, weil wir dazu entweder genötigt, gedrängt, ermutigt oder gezwungen wurden. Dazu müssen wir uns zunächst fragen, wann und warum wir angefangen haben, einen für uns eher schädlichen Lebenswandel zu bestreiten.

Was war also der Auslöser dafür, dass wir angefangen haben, uns schlecht zu ernähren? Einsamkeit, Frustration, Anerkennung, Unwissenheit? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, kommen wir nicht umhin, in unsere Vergangenheit einzutauchen und möglicherweise auch Aspekte unserer Kindheit zu beleuchten. Oft sind diese Erlebnisse der Schlüssel, um die schädlichen Gewohnheiten langfristig aushebeln zu können.

Um zu verstehen, weshalb es so wichtig ist, den schlechten Gewohnheiten auf den Grund zu gehen, muss man sich folgendes vor Augen halten: Wir Menschen bestehen aus der Einheit von Körper, Geist und Seele. Alle drei Aspekte sind voneinander abhängig und beeinflussen sich daher auch gegenseitig. Wenn also einer davon beeinträchtigt wird, betrifft das zwangsläufig auch die beiden anderen. Aus diesem Grund ist es schon fast zwingend logisch, dass hinter Übergewicht ein seelisches oder mentales Leiden steht, das durch Ernährung kompensiert werden soll.

Das mag zwar eine Zeit lang helfen, aber ein Problem nur zu kompensieren ist nicht die Lösung, nur eine Verschiebung. Jeder weiß, dass ein Problem nicht gelöst wird, wenn man es vor sich herschiebt.

Betrachte also kritisch deine Gewohnheiten und spüre in dich hinein. Was denkst du oder wie fühlst du dich dabei, wenn du dir eine weitere Portion gönnst oder einen extra großen Nachtisch erlaubst? Diese Gedanken oder Gefühle haben sich im Laufe der Jahre manifestiert und als Gewohnheiten etabliert.
Isst du aus Einsamkeit mehr als du eigentlich brauchst? Fühlst du dich innerlich nicht mehr so leer, wenn du mehr isst? Belohnst du dich auf die Weise, weil du es nicht anders kennst? Da es sich bei diesen über Jahre etablierten Gewohnheiten um eine antrainierte Kompensation handelt, geht es darum, sich dem dahinter stehenden Leid zu stellen und dessen Ursache herauszufinden. Seelischer Ballast muss erst erkannt werden, bevor er beseitigt werden kann.

Sich selbst spüren

Ein weiterer Aspekt ist die Bewegung. Unser Körper ist dazu geschaffen, sich zu bewegen. Suche dir eine Sportart, die dir Spaß macht und bei der du langfristig bleiben wirst. Es geht dabei nicht nur um die Bewegung, sondern auch darum, sich selbst wahrzunehmen. Wie ein verschollener Aspekt deines selbst allmählich wieder lebendig wird.

Diese Kombination aus Erforschen deiner Gefühlswelt und der richtigen Form der Bewegung wird dafür sorgen, dass du eine neue gesündere Beziehung zu deinem Körper aufbaust und lernst, ihm auf neue Art zu vertrauen. Mit der Zeit, wirst du die von ihm ausgehenden Signale richtig verstehen und zwangläufig zu einem gesünderen Lebenswandel finden. Wichtig ist, dass du dabei nichts überstürzt.

Nur, wenn du deine Gewohnheiten verstehst, kannst du sie nachhaltig ändern.

Alles Liebe

Sayeda

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