Was Erziehung eigentlich bringen sollte

Glücklich werden Kinder am Ende fast von alleine

Das echte Ziel der Erziehung ist Vorbereitung, nicht unendliches Glück

Die bisherige Entwicklung von Erziehung im Laufe der Zeit

Die Frage, wie man Kinder richtig erzieht, war vermutlich selten so schwer zu beantworten wie heute in der Zeit der Globalisierung und Digitalisierung. Tatsächlich lässt sich leicht feststellen, dass sie sehr stark von den jeweiligen Epochen geprägt wurde. Das wiederum bedeutet, dass die äußeren Umstände eine entscheidende Rolle gespielt haben. In der Steinzeit haben die Jungen gelernt, wie man auf die Jagd geht, während Mädchen lernen mussten, die richtigen Beeren einzusammeln. Das klingt vielleicht simpel, aber zu dieser Zeit war das essentiell. Schließlich ging es hauptsächlich darum, zu überleben.

Im Mittelalter wiederum hing es vom jeweiligen, gesellschaftlichen Stand ab, welche Erziehung man Kindern angedeihen ließ. In der Bauernschicht musste der Nachwuchs lernen, Haus und Hof zu führen, um die Lebensgrundlage zu sichern. Im Adelsstand dagegen hat man die Kinder ganz gezielt auf bestimmte Rollen vorbereitet, fast schon geprägt. Jungs wurden zu Rittern erzogen und darauf vorbereitet, den Familiennamen weiterzutragen. Mädchen lernten, sich wie eine Edeldame zu benehmen, um später in eine andere adlige Familie einheiraten zu können. In dieser Zeit war es fast unmöglich, im Stand auf- oder abzusteigen.

Und heute? Angesichts von Internet, Smartphones und ausschweifendem Konsum scheint diese Frage schwerer zu beantworten denn je. Gleichzeitig ist die Forderung nach glücklichen Kindern lauter als je zuvor. Nicht wenige Eltern fühlen sich damit überfordert. Zu Recht, denn was es heißt Kinder glücklich aufzuziehen, wird allzu oft missverstanden.

Wie Erziehung oft missverstanden wird

Zunächst mal ein paar Beispiele dafür, was Eltern beim Aufziehen ihrer Kinder oft falsch machen.
In Asien, allen voran in China werden Kinder aufs härteste gedrillt. Das Ziel dabei ist, sie so Meisterschaft in einer Disziplin erlangen zu lassen. Entweder im Sport, in der Musik oder im akademischen Bereich. Nicht selten werden dabei sogar gefährliche Methoden angewandt, die nicht ohne langanhaltende Folgen bleiben.

Hier in Europa, insbesondere Deutschland werden die Kinder geradezu verwöhnt. Sie erhalten viele materielle Geschenke und werden für jede Kleinigkeit gelobt. Dadurch werden sie zu oft übermütigen, eitlen oder gar verzogenen Persönlichkeiten, die nur schwer mit negativen Erfahrungen im Leben zurechtkommen, weil sie keine Disziplin erhalten haben. Im schlimmsten Fall tanzen sie ihren Eltern auf der Nase herum, weil sie keine Grenzen gesetzt bekommen.

Das sind jetzt zwei extreme Beispiele, um deutlich zu machen, wie weit das Missverständnis ausufern kann.

Was Erziehung tatsächlich bedeutet

Aber was genau bedeutet der Begriff Erziehung jetzt eigentlich? Wie sollte man Kinder in dieser entscheidenden Zeit behandeln?
Sehen wir uns dazu mal an, wozu Erziehung tatsächlich am Ende führen soll. Sie soll bewirken, dass unsere Kinder später als Erwachsene fest im Leben stehen und es im Griff haben. Welcher Weg ist der am besten geeignete, um dieses Ziel zu erreichen?
Schauen wir zunächst mal auf uns selbst. So können wir diese Frage am besten beantworten. Was ist heutzutage nötig, um in dieser hektischen, schnelllebigen Zeit zu Recht zu kommen?

1.    Konkretes Ziel – Das Wissen darum, was man im Leben erreichen möchte und wie
2.    Fleiß – ohne viele Mühe und Engagement kommt man nicht weit
3.    Disziplin – das Wissen, was man tun darf und was nicht, auch gegenüber anderen Menschen
4.    Entschlossenheit – Die nötige Konsequenz, um nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren und dranzubleiben
5.    Flexibilität – Die Fähigkeit sich neu auszurichten, wenn die Lebensumstände es erforderlich machen

Das sind alles wichtige Werte, die sich auf jeden Fall NICHT durch Drillen mit geradezu lebensgefährlichen Übungen oder durch Überhäufung mit materiellen Gegenständen erreichen lassen. Dies erzeugt nur übergroße Fixierung auf Materialismus und sture Verbissenheit – im besten Fall – im schlimmsten Fall für ein Leben im Rollstuhl oder schlimmster Oberflächlichkeit.

Wie man die Werte richtig vermittelt

Wie stellt man das nun konkret beim Nachwuchs an? Dazu gehen wir die Punkte von unten nach oben durch, um die Wichtigkeit aufzuzeigen.

Flexibilität: Wie schon erwähnt, ist unsere heutige Zeit sehr hektisch und schnelllebig. Das kann dazu führen, dass man sich möglichst schnell aufkommenden Veränderungen oder plötzlich anderen Umständen gegenüber sieht und sich ihnen anpassen muss. Das Bewusstsein dafür entwickelt sich bei deinen Kindern am besten dann, wenn du sie darauf aufmerksam machst. Durch bewusste und gezielte Kommunikation gehen Sie mit wachen Augen durch die Welt, was ihnen immer nützt.

Entschlossenheit: Diese entsteht nur, wenn dein Kind wirklich für etwas brennt. Das erlernt es am besten durch seine Vorbilder, also durch dich und deinen Partner.

Disziplin: Nur wenn deine Kinder deutliche Grenzen gesetzt bekommen und ganz genau wissen, was von ihnen erwartet wird, werden sie als Erwachsene später in der Gesellschaft akzeptiert. Dazu braucht es die Autorität der Eltern. Darauf wird der Nachwuchs nicht immer positiv reagieren, aber das gehört zum Leben dazu – es ist kein Wunschkonzert.

Fleiß: Entsteht, wenn Kinder sich eifrig etwas aneignen möchten. Das sieht man schon, wenn sie die ersten Schritte machen oder die ersten Worte sprechen. Wenn du zulässt, dass sich ihre Interessen frei entfalten können und ihnen gleichzeitig die nötige Disziplin vermittelst, werden sie von sich aus daran festhalten.

Konkretes Ziel: Man kann es meinetwegen auch Mission oder Berufung nennen, in jedem Fall kommt dieses bei deinem Nachwuchs nur dann auf, wenn es über seine Interessen, Stärken und Schwächen genau Bescheid weiß und zudem die Welt nicht durch eine rosarote Brille betrachtet. Nur wenn es sich selbst kennt und weiß, was in der Welt vorgeht, hat es die Chance seinen Platz in ihr zu finden.

Am allerwichtigsten ist aber: Liebe. Nur, wenn Kinder sich geliebt und akzeptiert fühlen, haben sie die Möglichkeit sich zu entfalten und nur so lernt man sie auch als Individuen kennen.

Alles liebe

Sayeda

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