Was echtes Glück bedeutet

Es liegt bei dir, dein Glück zu finden

Glück ist individuell

Da Menschen verschieden sind, ist es nur logisch, dass jeder Glück anders empfindet. Das liegt aber nicht nur an der individuellen Persönlichkeit, sondern auch an den jeweiligen Lebensumständen, in denen man aktuell involviert ist. Es ist also durchaus möglich, dass sich bei einer Veränderung der Lebensumstände auch die Definition ändert.

Ein Einzelkind z.B. wünscht sich vielleicht einen Bruder oder eine Schwester, weil es sich einsam fühlt beim Spielen. Dagegen wünscht sich ein Kind, das mehrere Geschwister hat, weniger oder gar keine zu haben, einfach damit es mehr Ruhe und Zeit für sich hat. Dann gibt es aber auch wiederum den Fall, dass sich ein Kind oder Jugendlicher jemand anderes zum Bruder oder Schwester wünscht, weil er oder sie mit der wirklichen Person nicht zurechtkommt und sich ständig mit ihr streitet.

Ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung: In der Schule wünscht sich jemand, klüger zu sein, weil er auf die besseren Noten von jemandem neidisch ist, während ausgerechnet dieser lieber weniger Aufmerksamkeit hätte, weil er sich dadurch unter Druck gesetzt fühlt.

Jeder definiert Glück also anders, abhängig davon wo er wie im Leben steht und mit dessen Herausforderungen umgeht.

Echtes Glück und scheinbares Glück

Die knifflige Frage dabei ist: Woher wissen wir, wann wir tatsächlich glücklich sind und nicht nur einer Vorstellung davon nachlaufen? Schließlich wird uns oft genug beigebracht, dass wir ein glückliches Leben führen, wenn wir brav gehorchen, Bestnoten in der Schule erzielen, einen super Universitätsabschluss hinlegen und einen tollen Job ergattern, der uns ermöglich, eine eigene Familie zu gründen. Anders gesagt, verläuft das Leben am glücklichsten, wenn wir versuchen, uns möglichst viel Sicherheit erarbeiten. Das unmöglich jeder diese Vorstellung haben kann, liegt auf der Hand.

Ganz unabhängig davon jedoch, sollte man sich der unmittelbaren Realität bewusst sein: Sichere Jobs sind relativ, Schule und Noten alles andere als sinnvolle Maßstäbe für die Persönlichkeit und ein Universitätsabschluss ist schon lange kein Garant mehr für einen sicheren Arbeitsplatz. Zeitarbeit und häufige Wechsel des Arbeitsplatzes erfordern Flexibilität und schnelle Reaktion. Nicht selten ergibt es sich außerdem, dass man mitten im Berufsleben einen unerwarteten Einschnitt macht und mit etwas gänzlich anderem als der ursprünglichen Ausbildung in Berührung kommt.

Es geht also darum, wirklich in sich zu gehen und ernsthaft zu ergründen, welch ursprüngliche Vorstellung von Glück man wirklich hat und danach entsprechend zu handeln.

Dem Wunsch nach Glück Raum geben

Sich dieser Vorstellung bewusst zu werden, ist nicht so einfach, wie man zunächst vielleicht glaubt. Bei all dem Druck, der in Erziehung, Schule und Berufsleben auf uns lastet, sind Gelegenheiten zum ruhigen nachdenken ziemlich selten. Wir müssen uns also ganz bewusst Gelegenheiten schaffen, in denen wir uns gezielt mit dieser Frage auseinandersetzen.

Wie stellst du dir also ein glückliches Leben vor? Welche Bedingungen herrschen vor? Was tust du? Was tun deine Mitmenschen? Die Antworten darauf können so verschieden sein wie die Steinchen eines Mosaikgemäldes. Eine Antwort könnte lauten: „Ich eröffne das erste Yoga-Zentrum in meinem Dorf und gebe dort Kurse, während mein Partner auf Geschäftsreise ist und Marken-Autos verkauft.“ Eine andere könnte lauten: „Ich schließe mich Greenpeace an und widme mich der Rettung der Pflanzen- und Tierwelt und reise dabei von Land zu Land.“ Wieder eine gänzlich andere könnte lauten: „Ich reise nach Asien, um mich voll und ganz der Kontemplation und Meditation im Buddhismus zu widmen.“

Das sind jetzt ganz bewusst etwas ausgefallene Beispiele um zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die jeweiligen Vorstellungen sein können. Letztendlich hängt es nur von unseren Wünschen ab. Welche Vorstellungen eines glücklichen Lebens haben wir und wie können wir sie am besten umsetzen?

Die größte Herausforderung: Entsprechend den Vorstellungen handeln

Haben wir uns diese Frage gestellt und es geschafft, sie absolut ehrlich zu beantworten, stehen wir vor dem nächsten Schritt: Die Vorstellung in die Realität umzusetzen. Das ist eine schwierige Angelegenheit, weil wir dabei nicht selten auf Widerstand stoßen. Angefangen bei uns selbst, weil es nicht selten vorkommt, dass unsere Vorstellung kaum mit der Prägung durch Erziehung und Einfluss von außen übereinstimmt. Unsicher stellen wir uns selbst die Frage, ob es wirklich das richtige ist, oder einfach nur schier verrückt. Schließlich teilt in unserem unmittelbaren Umfeld niemand diese Vorstellung.

Meine Empfehlung: Ignoriere diesen inneren Kritiker einfach. So lange es sich bei deinen Wünschen nicht um etwas vollkommen Unvernünftiges oder gefährliches handelt, vertraue deiner Intuition (für gewöhnlich führt sie einen auch nicht dorthin). Dieser wird nicht verstummen, so lange du ihm Beachtung und somit Energie schenkst. Das wichtigste ist Ehrlichkeit mit sich selbst.

Ist der innere Widerstand überwunden, stoßen wir als Nächstes zwangsläufig auf den äußeren. Die uns am nächsten stehenden Personen wie Familie und Freunde können selten nachvollziehen, warum man ausgerechnet gänzlich abweichende Vorstellungen von einem glücklichen Leben hat. Das ist nicht verwunderlich, schließlich haben sie dieselbe Prägung erhalten und müssen sich gegebenenfalls erst dafür öffnen.

Das einzige wirklich sinnvolle Mittel für eine solche Situation ist offene und ehrliche Kommunikation. Deine Mitmenschen können nur dann versuchen, dich zu verstehen, wenn du ihnen deine Wünsche und Vorstellungen für dein Leben mitteilst. Das ist noch lange keine Garantie für deren Verständnis, aber so zeigst du deinen guten Willen und beweist, dass du wohlüberlegt und nicht unbedacht handelst. Es geht dabei nicht darum, sich zu rechtfertigen. Als erwachsener Mensch bist du nur dir selbst Rechenschaft schuldig. Teile dich so gut du kannst mit, wenn du dann immer noch auf Unverständnis stößt, kannst du es nicht ändern, weißt aber dafür immerhin wo du stehst.

Ein glückliches Leben kann bei jedem Menschen vollkommen anders aussehen. Das ist auch völlig in Ordnung. Gerade unsere heutige Zeit ist vielen, schnellen Veränderungen unterworfen. Da sollten wir zumindest, was uns selbst angeht, möglichst sicher sein.

Wie sieht dein glückliches Leben aus?

Sayeda?

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