Was Angst uns sagen will

Versteht man wie Angst funktioniert, ist sie fast kein Hindernis mehr

Angst ist ein Deckmantel

Die meisten Menschen haben ehrgeizige oder auch ausgefallene Ziele für ihr Leben. Jedoch sind sich die meisten von uns dessen oft gar nicht bewusst, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt sind, die Wünsche und Erwartungen der Eltern oder der Gesellschaft zu erfüllen, um nicht zu enttäuschen. Deren Erwartungen lassen da oft nicht viel oder gar keinen Raum für eigene Träume oder Ziele.

Es gilt also zunächst, die von außen in uns projizierten Erwartungen Schicht für Schicht aufzudecken und so den eigenen Wünschen Schritt für Schritt näher zu kommen. Dabei muss man sich Zeit für sich nehmen, in sich gehen und erlauben, den wirklich eigenen Wünschen den berechtigten Raum zu geben.
Denn eins sollte uns klar sein: Wir kommen nicht auf die Welt, um Ziele und Wünsche anderer zu erfüllen, sondern um auf der Reise des Lebens eigene Erfahrungen zu machen, die für unsere Entwicklung von Bedeutung sind. Den Zielen anderer nachzujagen, macht auf Dauer nur unglücklich. Also sollte man aufrichtig zu sich selbst sein und sich daher auch ruhig gestatten, eigene Wünsche zu haben.

Welche Ziele schlummern also heimlich in dir? Astronaut, Schriftsteller, Zoologe werden? Bei einer Wohltätigkeitsorganisation arbeiten, oder gar ein gemeinnütziges Unternehmen gründen? Egal welche Ziele, wichtig ist, dass es sich um deine Ziele handelt. Lass sie zu und gib ihnen den Raum. Sie habe es verdient. Du hast es verdient.

Angst ist reine Kopfsache

Haben wir uns also die Mühe gemacht, unsere ungefilterten wahren Wünsche zu erkennen und wollen ihn in die Tat umsetzen, stehen wir aber schon vor dem nächsten Hindernis: Wenn sich die Chance ergibt, unser Ziel in die Tat umzusetzen, machen wir einen unwillkürlichen Rückzieher. Dabei passiert das oft gar nicht absichtlich, sondern im entscheidenden Moment übernimmt Angst die Kontrolle über uns und wir erstarren förmlich. Alle möglichen Szenarien darüber, was alles schief gehen könnte, erschlagen uns förmlich und bevor wir uns weiter dem Ziel widmen können, knicken wir ein und betreten wieder lieber die Komfortzone, nur um ja nicht von solchen Horrorszenarien überflutet zu werden.

Hinterher malträtiert man sich dann selbst mit Vorwürfen, warum man nicht einfach weitergemacht hat.
Dazu ist folgendes zu sagen: Hör auf dir Vorwürfe zu machen. Dieses Fluchtverhalten war nämlich nichts anderes als eine vollkommen normale Reaktion, ausgelöst von deinem Gehirn. Du kannst die Angst nicht überwinden, wenn du nicht weißt, wie sie entsteht und warum. Erst mit diesem Wissen kannst du die Angst mit der Zeit erfolgreich hinter dir lassen.

Bezüglich Angst sollte man sich über folgendes im Klaren sein: Sie wird durch unser Gehirn ausgelöst. Ab dem Moment, indem wir unser Leben in die Hände nehmen und verändern wollen tritt das Gehirn in Aktion und überflutet uns mit den bereits genannten Szenarien, was alles schiefgehen könnte.

Wohlgemerkt könnte. Dies tut es, weil es aufs Überleben ausgerichtet ist und so verhindern möchte, dass wir uns in mögliche Gefahr begeben und dadurch Schaden erleiden könnten. Ein eigentlich geschickter Mechanismus, der aber in unserer heutigen Zeit ziemlich obsolet geworden ist.

Das heißt natürlich nicht, dass man alle Vorsicht fahren lassen und ohne Rücksicht auf Verluste darauf losstürmen soll, allerdings relativiert sich die Angst dadurch beträchtlich, was es uns ermöglicht, souverän mit ihr umzugehen.

Es ist zum Beispiel ein hilfreiches Mittel, für sich selbst zu visualisieren, was im schlimmsten Fall eintreten könnte. Hat man sich das in allen Konsequenzen bewusst gemacht, ist es umso einfacher, sein Ziel sowohl entschlossen als auch mit einer bestimmten Gelassenheit zu verfolgen.  

Angst als inneren Kompass nutzen

Wir wissen also, dass Angst zum Großteil ein Mechanismus unseres Kopfes ist, der leicht überwunden werden kann, wenn man seine Funktionsweise verstanden hat.

Ein Weg, diesen Mechanismus langfristig auszuschalten, ist dessen Ursache ausfindig zu machen. Das führt uns oft zurück in die Kindheit, weil wir in dieser Zeit am furchtlosesten sind. Man könnte auch sagen, absolut ahnungslos, weil Kinder verständlicherweise noch kein Bewusstsein für Hindernisse und Gefahren haben. Stehen sie davor, interpretieren sie sie nicht als solches, sondern versuchen einfach die Hürde zu überwinden.

Erinnere dich also an deine Kindheit und frage dich: Was hast du als Kind am liebsten getan? Womit hast du dich am liebsten befasst? Worin warst du furchtlos, bis deine Eltern dir diese „Flausen ausgetrieben haben?“

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, was du gern gemacht hast, sondern welches Gefühl du dabei empfunden hast. Warst du am glücklichsten beim Toben mit gleichaltrigen, beim Insekten beobachten, beim Klettern oder gar beim Lesen (wenn du es da schon gekonnt hattest)?

Diese Erinnerungen können ein wichtiger Hinweis dafür sein, was dir tatsächlich Zufriedenheit oder gar Erfüllung verschafft und deshalb sollte man den damit verbundenen Gefühlen auf jeden Fall den benötigten Raum geben. Denn genau diese Gefühle warten auf dich, wenn du bereit bist, deine Angst zu überwinden und deine Ziele zu verwirklichen.

Je mehr du in Aktion trittst und dabei Erfolg hast, desto unwichtiger wird dabei die Angst und macht damit der Freude und Zufriedenheit Platz.
Wenn wir also im Leben vorwärts kommen wollen, gilt es diese vier Prinzipien zu verinnerlichen:

1.    Erkennen was Angst ist und wozu sie dient
2.    Den passenden Weg für sich aussuchen, um mit der Angst möglichst effektiv umzugehen
3.    Die Ursache herauszufinden, um der Angst langfristig zuvor zu kommen
4.    Den darunter verborgenen Gefühlen durch Aktionen Raum zu geben, wodurch die Angst zunehmend bedeutungslos wird.

Denn etwas, das wir als Erwachsene oft vergessen und uns immer wieder von Kindern aufs Neue vormachen ist: Was auch immer Kinder tun, tun sie nicht, weil sie darüber nachdenken, sie SIND einfach. Genau darum geht es unter anderem im Leben: Was wir sein wollen.

Alles liebe

Sayeda

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