Warum Vergleiche nichts bringen

Und man besser nach vorne schauen sollte

Dich ständig zu vergleichen, ist lediglich Kraft-und Zeitverschwendung

Warum wir uns mit anderen vergleichen

Ob bewusst oder unbewusst, im Alltag gibt es genug Momente, in denen wir uns mit anderen Menschen vergleichen. Innerhalb der Familie, mit Kollegen, möglicherweise sogar mit Freunden oder gar mit dem eigenen Partner. Wenn man ganz bewusst darauf achtet, erschreckt man wahrscheinlich über all die Male, in denen sich beim Vergleichen mit anderen ertappt.

Zum Teil lässt sich das nicht vermeiden. Wird man beispielsweise bei einer Beförderung vom Vorgesetzten übergangen und ein Kollege wird ausgesucht, können wir fast nicht umhin, uns zu fragen, was er oder sie uns voraushat. Wenn wir dann erkennen, dass der andere selbstbewusster, durchsetzungsfähiger oder leistungsfähiger als wir ist, ist das alles andere als angenehm. Wir möchten ein bestimmtes Ziel erreichen, und das Gefühl, unsere Fähigkeiten reichen dafür nicht aus, erhöht nicht gerade unser Selbstwertgefühl.

Schon von unseren Eltern werden wir früh mit anderen Kindern verglichen. Wir bekommen Sätze zu hören wie „Der Fritz ist viel braver als du, nimm dir ein Beispiel an ihm!“, oder „Pauline ist sehr fleißig und schreibt immer gute Noten. Wieso bist du nicht wie Pauline?“ Durch solche Sätze entsteht eine eher ungute Prägung, durch die wir versuchen uns anzupassen, damit wir anerkannt werden. Als Kinder begreifen wir aber natürlich noch nicht das Ausmaß, sondern verspüren nur das Bedürfnis, den Wünschen unserer Eltern gerecht zu werden, damit sie uns lieben.

Ein Grund für Vergleiche ist also der absolut legitime Wunsch nach Liebe und Anerkennung. Durch diese Prägung hören wir aber nicht einfach damit auf, nur weil wir älter werden, im Gegenteil. Da wir das Ausmaß dieser Prägung in der Kindheit nicht erfassen konnten, nehmen wir diese und damit die Gewohnheit, uns mit anderen zu vergleichen, mit ins weitere Leben. Das Leben selbst als heutzutage rasanter Wettbewerb bietet aber auch den idealen Nährboden dafür. Der Wettbewerb um Ausbildungsstellen, Studienplätze und sicheren Arbeitsplätzen lebt davon, die Leistungen der Menschen miteinander zu vergleichen. Dabei wird bei jeder Person dasselbe Schema aufgestülpt und durchgezogen. Wer da nicht mithält, bleibt auf der Strecke und geht letztendlich leer aus. Da bleibt kaum eine andere Wahl, sich teilweise auf Kosten der eigenen Persönlichkeit anzupassen. Wir bekommen ständig das Gefühl vermittelt, nicht zu genügen und haben bei aller Anstrengung immer diese kleine nagende Stimme im Hinterkopf, die uns einflüstert, dass es nie genug sein wird.

Wie man mit dem Vergleichen aufhört.

Sich ständig mit anderen zu Vergleichen rührt also oft aus den in der Kindheit entstandenen Wünschen. Langfristig hat sie aber eher schädliche Auswirkungen und gerade bei besonders sensiblen Menschen kann sie fatale Auswirkungen haben. Man fragt sich dann ständig: „Wenn ich nie so schön, sportlich, erfolgreich wie der- oder diejenige sein kann, egal wie sehr ich mich auch anstrenge, warum soll ich mich dann überhaupt noch für irgendwas anstrengen?“ Der immer größere Klumpen der Frustration und Verbitterung zerfrisst einen allmählich und führt womöglich zu Depressionen oder hat gar schlimmere  psychische Auswirkungen.

Zudem sollten wir bedenken, dass es auf Dauer auch überhaupt keinen Nutzen für uns hat, uns mit anderen zu vergleichen, weil wir dadurch ständig auf andere schauen und in unserem ursprünglichen Zustand mit dem negativen Selbstwertgefühl verharren ohne weiterzukommen.
Höchste Eisenbahn also, damit aufzuhören. Sicher gibt es jetzt den einen oder anderen mit dem Einwand, dass Vergleiche auch positive Auswirkungen haben können, da das für Menschen ein Ansporn sein kann, sich zu verbessern. Das ist zwar richtig, aber dabei ist die Rede von Rivalität, die, wenn sie gesund ausgelebt wird, zwischen zwei Menschen aus sich selbst heraus entsteht. Solche Menschen kennen sich und ihre Fähigkeiten ziemlich gut und daher befeuern sie sich gegenseitig darin, sich verbessern zu wollen. Ein vollkommen anderes Thema also.

Wie hört man also  damit auf? Als erstes, indem man sich auf sich selbst besinnt und sich klar macht, dass es immer jemanden auf der Welt geben wird, der schöner, wohlhabender, reicher stärker, schlauer oder schneller als man selbst ist. Letztendlich machen wir uns also nur selbst verrückt.
Der nächste Schritt lautet: Besinne dich auf deine Stärken. Gehe in dich und erfasse deine Stärken. Was hast du als Kind gerne gemacht und machst du heute immer noch gern? Welches Talent oder welche Fähigkeit könnte dahinter schlummern? Welche beruflichen Möglichkeiten könnten sich dadurch ergeben? So legst du den Fokus auf dich und nicht mehr auf andere.

Selbstliebe ist der Schlüssel

Je mehr du dich auf deine dir innewohnenden Stärken und Fähigkeiten besinnst, desto mehr gewinnst du an Selbstbewusstsein. Gleichzeitig wird es dir immer unwichtiger, dich mit anderen zu vergleichen, weil du dich selbst wertschätzt und erkennst, dass jeder Mensch auf seine Weise einzigartig ist. Das Wissen um deine eigenen Stärken verhindert, dass du dich wegen scheinbarer Unzulänglichkeiten unnötig tangierst. Natürlich vermindert das nicht die Fertigkeiten der anderen, aber dir wird klar, dass sie auch ihre Schwächen haben und letztendlich ebenfalls nur Menschen sind.

Denn das ist ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt: Indem wir uns mit anderen vergleichen, reduzieren wir die Menschen auf ihre scheinbar nur vorhandenen Stärken und vergessen, dass sie auch ihre Schwächen und Nöte haben. Da wir den meisten von ihnen nur in bestimmten Bereichen begegnen, erleben wir auch immer nur die damit verbundenen Facetten. So erfolgreich z. B. dein Kollege im Beruf sein mag, umso einsamer ist er möglicherweise im privaten Bereich. So wohlhabend deine Nachbarin ist, möglicherweise ist sie im Gegenzug dafür sehr einsam. So könnte sich wiederum für dich die Möglichkeit bieten, ihnen eine helfende Hand zu reichen.

Je mehr wir also uns selbst schätzen, desto mehr lernen wir, die Menschen als ganze Persönlichkeiten zu sehen anstatt sie auf einen Aspekt zu reduzieren. Nur so entwickeln wir uns weiter.

Dieser Prozess ist ein Weg, den man eine gewisse Zeit beschreiten muss, aber er lohnt sich.

Alles Liebe

Sayeda

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