Unsicherheit erfolgreich überwinden

Unsicherheit verschwindet nicht durch Grübeln, sondern durch Taten

Woher die Unsicherheit kommt

Fast jeder kennt diese Situation: Man wird von einem Freund dazu aufgefordert, etwas Neues Unbekanntes auszuprobieren, zögert aber und überlegt ständig hin und her, ohne zu einem Entschluss zu kommen. Darauf angesprochen, erbittet die Person mehr Bedenkzeit, was aber am Ende auch zu keiner Entscheidung führt. Am Ende verläuft das Thema im Sande und es passiert nichts. In der Folge ist der Vorschlagende frustriert über die Passivität, während der andere entweder ein schlechtes Gewissen hat, oder womöglich einfach nicht mehr daran denkt. Irgendwann startet man vielleicht einen neuen Versuch oder sogar weitere, bis man am Ende frustriert aufgibt.

Zu Recht fragt man sich da: Woher kommt diese Unsicherheit? Warum sind manche Menschen offener für neues als andere? Wieso haben manche weniger Probleme sich auf etwas Neues einzulassen und andere mehr?

Um das zu verstehen, muss man sich folgendes bewusst werden: Menschen machen unterschiedliche Erfahrungen und wachsen auch unterschiedlich auf. Ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung: Wachsen wir während unserer Kindheit ziemlich behütet auf, weil unsere Eltern selbst sehr ängstlich und vorsichtig sind, wird sich dieser Charakterzug mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf uns übertragen. Es kann sich jedoch auch vollkommen anders verhalten: Obwohl Eltern sehr vorsichtig sind, können Kinder sehr wagemutig und unerschrocken sein. Oder umgekehrt, können die Eltern sehr aufgeschlossen sein und dafür das Kind sehr vorsichtig.

Neben der Charakteristik der Erziehung können natürlich auch einschneidende Erfahrungen verbunden mit Gewalt oder Schockmomenten für eine entsprechende Prägung sorgen. Die Ursachen für fehlende Offenheit oder Angst können also sehr vielfältig sein.

Um das klarzustellen: Dabei handelt es sich um Ursachen und nicht um Ausreden, um nie neue Erfahrungen machen zu müssen. Die meisten Menschen haben Angst und trotzdem lassen sie sich auf Neues ein. Die Gründe zu kennen, legitimiert nicht zur Untätigkeit.

Wie sich Unsicherheit auswirkt

Es gibt also genug Gründe, warum Menschen unsicher sind. Das Entscheidende daran ist jedoch, dass diese Gründe in der Vergangenheit liegen und wir als Erwachsene nicht mehr von ihnen betroffen sind. Sicherlich ist man kaum je vollständig frei von Ängsten, aber wer sagt, dass man sich von ihnen das Leben bestimmen lassen muss?

Betrachten wir doch mal die sich ergebenden Konsequenzen, die sich aus einer unsicheren Haltung heraus ergeben. Sind wir ständig unentschlossen und ergreifen nie die Initiative oder bringen den Mut auf, uns auf etwas Neues einzulassen, verpassen wir auch Möglichkeiten und neue Chancen die positive Entwicklungen in unser Leben bringen könnten. Wenn wir uns ständig davor verschließen, isolieren wir uns außerdem unfreiwillig und Menschen, die uns wichtig sind, entfernen sich von uns. Der Grund ist klar: Niemand will ständig Zeit und Mühe investieren, wenn nichts dabei herauskommt. Am Ende wird es nur noch anstrengend.

Wenn sich jetzt jemand denkt, dass es nun mal Zeit braucht, bis man die Angst überwindet und man eben Verständnis haben muss, bis es soweit ist, sollte man sich folgendes überlegen: Es wurde bereits gesagt, dass kaum ein Mensch vollkommen frei von Angst ist. Das bedeutet, dass auch erfolgreiche Menschen ängstlich sind, bei dem was sie tun. Der einzige Unterschied ist, dass sie sich nicht vom Handeln abhalten lassen. Sie nehmen die Angst nicht als Ausrede dafür, untätig zu bleiben, sondern nehmen ihre Projekte trotzdem in Angriff und investieren bewusst noch mehr Zeit und Arbeit, um ein besseres Endresultat zu erzielen. Ihnen ist die Möglichkeit des Scheiterns bewusst und genau aus diesem Grund gehen sie mit entsprechender Sorgfalt vor.
Die Angst verschwindet also nicht, indem man untätig wartet, sondern indem man bei dem was man tut, zunehmend Routine und Sicherheit gewinnt und so nach und nach die Erkenntnis gewinnt, dass die Angst vollkommen unberechtigt war.

Man kann die Unsicherheit nur selbst überwinden

Nur, wie bringt man jemanden dazu, die Unsicherheit hinter sich zu lassen und aktiv zu werden? Ganz einfach gesagt; gar nicht. Man kann nun mal tatsächlich niemanden zu seinem Glück zwingen. Die betroffenen Personen müssen den Entschluss, aktiv zu werden, aus sich selbst heraus treffen.
Ist man in der Situation und kämpft mit seiner eigenen Unsicherheit, dann ist es wirklich wichtig, dass man sich nicht zwingen lässt. Gespräche und Ermutigungen können hilfreich sein, aber nur aufgrund von äußerem Druck zu handeln, hat keine nachhaltige Veränderung zur Folge. Egal, wie lange man nachdenkt, die Angst wird nicht geringer, also gibt es nur zwei Optionen: Aktiv werden oder passiv bleiben. Beides ist eine bewusste Entscheidung. Wer aber wirklich etwas bewirken will, wird nicht immer passiv bleiben.

Befindet man sich gerade in der Position, jemand anderen zu etwas überreden zu wollen, sollte man sich folgendes dabei vor Augen halten: Bei allem Wohlwollen führt das zu nichts. Wenn die Zahnräder beim Betroffenen sich nicht von selbst anfangen zu drehen, redet man mit einer Wand. Das Einzige was man tun kann, ist das deutliche Aufzeigen der Konsequenzen der jeweils getroffenen Entscheidungen. Danach sollte man Abstand vom Thema nehmen und versuchen, sich selbst rauszuhalten, um sich nicht selbst innerlich aufzureiben. Denn es kann sehr frustrierend sein, jemand unentschlossenen zum Handeln zu bewegen.

Wenn Menschen dazu bereit sind, aktiv zu werden, dann wird man das früh genug erfahren. Sie werden nämlich auf einen zugehen und um Hilfe und Ratschlag bitten. Wenn nach einer angemessenen Zeit nichts passiert, dann ist es besser, das Thema auf sich beruhen zu lassen, da man sonst nur für Frust bei sich selbst sorgt.

Dabei ist es vollkommen egal, worum es sich handelt. Ob es um den Beitritt in einen Club geht, oder darum, sich für eine bestimmte Stelle zu bewerben, oder darum jemanden anzusprechen; Jeder Mensch hat vor unterschiedlichen Dingen Angst und geht auf seine Weise damit um. Da helfen auf Dauer nur Verständnis und Geduld

Worum geht es also bei dir?

Sayeda

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