Lebensplanung

oder: Kann man Leben überhaupt planen?

Das Leben planen um den richtigen Lebensweg zu gehen

Bist du mit deinem Leben unzufrieden und würdest gerne ein anderes Leben realisieren, landest Du zwangsweise irgendwann beim Thema „Lebensplanung“. Lebensplanung bedeutet, sein Leben im ersten Schritt zu analysieren, also den Status Quo festzustellen, um es in einem zweiten Schritt nach den eigenen Vorstellungen umzugestalten. Die Theorie klingt einfach, doch wenn Du Dich erst einmal mit der Umsetzung beschäftigt hast, wirst du feststellen, dass die Planung des eigenen Lebens nicht einfach mal so nebenbei zu bewerkstelligen ist. Wie Lebensplanung gelingen kann, liest du hier.

Allein der Begriff „Lebensplanung“ beinhaltet bereits eine Annahme. Der Begriff gaukelt vor, dass Leben so statisch verläuft, dass man es planen könne. Hand aufs Herz. Wir alle wissen, wie Leben innerhalb von Minuten auf den Kopf gestellt werden kann. Schon kleinste Einflüsse reichen manchmal aus, um völlig neue Wege beschreiten zu müssen. Vielleicht kennt ihr ja die Metapher von dem Schmetterling, dessen Flügelschlag in der Lage ist, einen gewaltigen Hurrikan zu verursachen kann. Das gilt auch unter bestimmten Bedingungen für unser Leben. Wenn ein System – und unser aller Leben verläuft innerhalb eines Systems, nur instabil genug ist, genügt alleine schon die Kraft eines „Schmetterlings“, also eine kleine Begebenheit, um ein System tüchtig durcheinanderzuwirbeln. Dann steht die Welt auf einmal Kopf.

Denn was ist es schon mehr als ein Flügelschlag eines Schmetterlings, wenn ein Controller in einem großen Unternehmer der Meinung ist, dass die Personalkosten um 10% gesenkt werden müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Erkenntnis ist ein kleines Ding. Ein Flügelschlag. Die Folgen für den Einzelnen können jedoch schnell die Auswirkungen eines Hurrikans annehmen.

Lässt sich Leben also planen. Gibt es so etwas wie eine Lebensplanung?

Es gibt sie. Allerdings kann Sie nur auf einem soliden Fundament erfolgen. Was ich damit meine, möchte ich Dir hier kurz erläutern.

Es gibt Faktoren, die sind von äußeren Umständen abhängig. Wiederum gibt es andere Faktoren, die nur von Dir abhängen.

Ich denke, es erschließt sich von selbst, dass sich lediglich die inneren Faktoren nachhaltig beeinflussen lassen. Faktoren, die zu hundert Prozent von Dir selbst beeinflusst werden. Nein, ich sage nicht, dass du nur Dir selbst vertrauen sollst. Ganz im Gegenteil. Es ist enorm wichtig, auf andere Menschen zählen zu können. Sei Dir darüber bewusst.

Wir reden hier jedoch über ein Fundament, Dein Fundament, auf dem dein Leben und deine Lebensplanung aufbauen kann.

Auch in Deutschland gibt es Menschen, die ihre Arbeitsstelle verloren haben und dennoch jeden Tag in der Früh das Haus verlassen, als würden Sie zur Arbeit gehen.

Frage Dich einmal, woran das liegen mag. Es liegt am Fundament, oder vielleicht wäre es besser zu sagen: „Es liegt daran, dass diese Menschen auf kein Fundament zurückgreifen können“. Die Arbeit ist weg und damit auch oft die Identität. Die Arbeit ermöglicht vielen Menschen, ihren Platz im System zu definieren. Weiterhin sind es verschiedene Status-Symbole, mit denen wir versuchen unseren Platz in der Gesellschaft darzulegen.

Das ist kein Fundament für eine Lebensplanung. Das ist lediglich Sand auf dem wir bauen. Es handelt sich um Faktoren, die genau so schnell wegfallen können, wie dir Arbeit, die Beziehung oder auch die Freunde. Ich weiß, dass diese Aussage sehr hart klingen mag, doch sie kommt nicht von ungefähr. Ich habe in meiner Zeit als Coach auch viele Menschen begleitet, die Ihre Arbeit verloren haben. Gut die Hälfte dieser Menschen zählten vor Verlust Ihrer Arbeitsstelle zweifellos zu den sogenannten High Potentials. Meine Ausführungen bezüglich Beziehung, Freunden und Luxusgütern ist nicht aus der Luft gegriffen. Fehlt erst einmal das Geld, dann wird schnell deutlich, aus welchem Material das eigentliche Fundament gegossen war.

Lebensplanung kann dann gelingen, wenn wir unser Leben mit einem soliden Fundament unterfüttern. Ein Fundament, dass uns den Glauben an ein besseres Morgen ermöglicht. Ein Fundament, dass uns tröstet, wenn alle Stricke zu reißen drohen, wenn sich Freunde von uns abwenden und wenn uns das Wasser bis zum Hals steht.

Das Fundament ist der wichtigste Bestandteil eines Hauses. Das Gleiche gilt für unsere Verwurzelung im Leben. Wir dürfen wissen, wofür wir stehen und was uns tatsächlich ausmacht. Du darfst wissen, wer Du bist und das ist zugegebenermaßen keine ganz leichte Aufgabe. Es ist eine Aufgabe, die uns über Jahre hinweg begleitet.

Es ist jedoch nie zu spät, diese Aufgabe zu beginnen. Denke einmal kurz darüber nach, was es für Dich bedeuten würde, wenn du weißt, wer du tatsächlich bist. Nicht die Projektionsfläche, die Du nach außen versuchst aufrecht zu erhalten, die Dir jede Menge Energie kostet und die Du nur in guten Zeiten vorzeigen kannst.

Passt dein Fundament, dann kann Lebensplanung beginnen. Dann bist Du auch für die Unwägbarkeiten des Lebens gerüstet.

Zurück zur Lebensplanung an sich. Leben wird immer geplant. Du musst entscheiden, ob Du es für Dich selbst planen willst, oder es anderen Menschen überlässt Dein Leben zu planen.

Schief gehen kann in beiden Fällen allerhand.

Mach dir das noch einmal deutlich. Wir alle dürfen arbeiten. Das gibt unserem Leben auch Sinn. Ich möchte der Einfachheit halber jetzt 3 Typen von Arbeit unterscheiden. 1. Die Arbeit als Angestellter in einem ungeliebten Beruf. 2. Die Arbeit als Angestellter in einem Beruf, der Deiner Berufung entspricht. 3. Die Arbeit als Selbständiger, der seine Berufung verfolgt.

Wieso spreche ich hier über Beruf und Berufung. Ganz einfach. Weil alles miteinander verbunden ist. Jede Fragestellung in deinem Leben – ganz egal, wie sie auch immer lauten sollte, kommt früher oder später auf die Themen Beruf und Berufung zurück. Alleine schon deswegen, weil wir den größten Teil unserer Lebenszeit mit den Themen Schlafen, Essen und Arbeit verbringen.

Wenn wir unser Leben planen, können wir also nicht umhin, diese zeitintensiven Bereiche zu betrachten. Noch einmal: Leben wird immer geplant. Egal, ob du es machst, oder ein Anderer. In Fall eins und zwei meines Beispiels, legst du – zumindest einen Teil – deiner Lebensplanung in die Hände Dritter. In Fall 1 (Angestellter in ungeliebten Beruf), verfolgst du in deiner Arbeitszeit den Lebensplan Deines Arbeitgebers. Das ist auch in Fall 2 so (Beruf als Angstellter=Berufung). Nur hast du in Fall 2 das Glück, dass sich deine Lebensplanung mit der vorgegebenen Lebensplanung seitens deines Arbeitgebers weitgehend deckt. Auch dann, wenn du dich nie aktiv mit dem Thema Lebensplanung auseinandergesetzt hast, sagt Dir Dein Bauch klipp und klar, inwieweit Deine Lebensplanung mit der Deines Arbeitgebers übereinstimmt.

Je schlechter Dein Gefühl in Bezug auf Deine Arbeit ist, desto stärker lebst du in diesem Bereich gegen deinen Lebensplan.

Lässt sich Leben jetzt planen oder nicht?

Ja, es lässt sich planen. Es kann von außen geplant werden, oder du kannst es selbst planen. Das ist deine Entscheidung. Um bei den Beispielen zu bleiben. Wenn du in einem ungeliebten Arbeitsverhältnis bist, hast du zwei Optionen:
Die erste lautet: Werte bewusst machen, Lebensplan definieren und dann zu einem Arbeitgeber wechseln, der Deinen Werten und Deinem Lebensplan zum Großteil gerecht wird.
Kommen wir zur zweiten Option. Hier ist das Vorgehen sehr ähnlich: Werte bewusst machen, Lebensplan definieren und dann ein Projekt realisieren, das Deinen Werten und Deinem Lebensplan entspricht.

Dabei kann sicherlich auch etwas schief gehen. Doch das gilt für alle 3 genannten Fälle. In den 70er Jahren galt eine Arbeitsstelle bei Siemens als absolut sicher. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Ganz egal, wo und für wen Du auch arbeitest, sei dir darüber bewusst, dass die vermeintliche Sicherheit deines Arbeitsplatzes lediglich eine Momentaufnahme ist.
Du kannst also davon ausgehen, dass ein gewisses Risiko uns immer begleitet. Lebensplanung bedeutet, klar zu haben, wer Dein Leben steuert. Es bedeutet ein nachhaltiges Werte-Fundament aufzubauen, auf das du wirklich bauen und vertrauen kannst. Abseits von materiellen Dingen. Dann mach dir bewusst, was Du vom Leben erwartest und stelle dann fest, welche Deiner Erwartungen heute schon erfüllt sind.

Lebensplanung bedeutet Leitplanken zu schaffen. Leitplanken, die dir auf dem Weg zum Ziel zusätzliche Sicherheit vermitteln. Damit meine ich auch die Sicherheit zu wissen, auf dem richtigen Weg zu sein. Lebensplanung darf nicht rigide sein. Sie muss dir Freiheiten ermöglichen, die wichtigen Dinge auf deinem Weg auch wahrnehmen zu können. Es geht nicht darum, mit Scheuklappen einem vermeintlichen Ziel hinterherzujagen. Es geht darum, auf der Wanderschaft durch Dein Leben, die Einflüsse von außen wahrzunehmen, Ihre Bedeutung für Deinen Lebensplan zu erkennen und gegebenenfalls auch die Marschrichtung zu verändern.

Lebensplanung bringt dich näher an Dein Ziel. Alleine schon dadurch, in dem Du dich mit Dir selbst einmal ganz konkret auseinandersetzt.

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