Fiktion oder Realität?

Wieso unsere Wahrnehmung die Realität nur verfälscht wiedergibt

Wahrgenommene Realität ist immer auch Fiktion

Wir Menschen sind auf der Suche nach Glück, Freude, Erfüllung und Anerkennung. Letzten Endes ist es eine Suche nach Befriedigung unserer Bedürfnisse. Dabei verlassen wir uns auf unser Denken. Auf den gesunden Menschenverstand, wie es so schön heißt.

Wir versuchen den Input unserer Umwelt zu deuten, um dann durch mehr oder weniger gezieltes Nachdenken, Handlungsstrategien abzuleiten, die unserer Meinung nach in der Lage sind, die Wahrscheinlichkeit der Bedürfnisbefriedigung zu erhöhen.

Kann das tatsächlich funktionieren?

In vielen Fällen scheint es zu funktionieren. Kein Mensch will leugnen, dass wir nicht durch gezielte Wahrnehmungs- und Denkprozesse letzten Endes auch auf dem Mond gelandet sind. Die Raumfahrtmechanik beschäftigt sich mit Gesetzmäßigkeiten, die der Raumfahrt zu Grunde liegen. Alle diese Gesetzmäßigkeiten mussten jedoch vor einem tatsächlichen Raumflug erarbeitet werden.

Die Landung auf dem Mond ist der greifbare Beweis dafür, dass Menschen in der Lage sind, durch genaue Beobachtung der Natur, bestimmte Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, diese zu analysieren und letzten Endes auch in Ihrem Sinne anzuwenden.

Im Zusammenhang mit der Beobachtung stellt sich jedoch Frage, wann wir davon ausgehen dürfen, dass das Beobachtete tatsächlich der Realität entspricht und nicht nur reine Fiktion ist.

Diese Unterscheidung ist nicht ganz lapidar, denn letzten Endes erfolgt die Wahrnehmung der Umwelt immer durch die gefärbte Brille der Konditionierung.

Im Laufe unseres Lebens haben wir uns in vielen verschiedenen Zusammenhängen konditioniert. Auf diese Weise haben wir auch eine Wertegefüge entwickelt, das den Maßstab unserer Wahrnehmung darstellt.

Das Wertegefüge, das bei allen Menschen in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden ist, bestimmt alleine schon darüber, mit welchen Themen wir uns beschäftigen.

Du wirst mir zustimmen, dass es auf der Welt zu viele Themenkomplexe gibt, als das wir uns damit eingehend beschäftigen könnten. Das ist natürlich für keinen Menschen möglich. Wir beschränken uns immer auf einen kleinen Ausschnitt der Realität, wenn wir versuchen, sie zu beurteilen.

Das hat weitreichende Folgen für die unser heutiges Thema „Realität oder Fiktion“.

Wie reell kann die Wahrnehmung und Einschätzung der Umwelt sein, wenn das eben Gesagte tatsächlich stimmt. Ich wiederhole mich gerne noch einmal: Die Umwelt ist viel zu komplex, als das wir in der Lage wären, sie als Gesamtheit wahrzunehmen.

Und doch haben wir Menschen das Gefühl, dass wir sozusagen der Spielmacher in unserem Leben sind. Wir sind eine durchgeistigte Gesellschaft. Nicht umsonst heißt es: „Cogito ergo sum“, oder übersetzt: „Ich denke, also bin ich“.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Alleine die Tatsache zu denken, mag vielleicht Grund dafür sein, sich als „Ich“ überhaupt wahrzunehmen. Doch mit dieser Erkenntnis fängt die eigentliche Reise zu Dir erst richtig an.

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„Ich denke also bin ich.“ Stellt sich die Frage wer da tatsächlich denkt. Hast Du Dich schon einmal gefragt, wer Du wirklich bist?
Wenn Du dich mit dieser Fragestellung eingehend auseinandersetzt, wirst Du irgendwann zu dem Ergebnis kommen, dass es sich beim „Ich“ um eine Anhäufung von Vorstellungen, Glaubenssätzen und Leitbildern handelt, die du Dir im Laufe Deines Lebens auf Grund von Erfahrungen angeeignet hast. Auch Dein genetisches Erbe hat Einfluss auf das, was Dich heute ausmacht.

Wir sind eine Anhäufung von Erfahrungen unserer Vergangenheit

Im Grunde genommen, sind wir zu einem Zeitpunkt nichts anderes als eine Anhäufung von Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Diese Messlatte legen wir bei jeder neuen Erfahrung, die uns im Jetzt passiert, wieder an.

Boshaft könnte man sagen, wir sind voreingenommen.
Was heißt das nun für Fiktion und Realität.

Stell Dir vor, Du hättest einen Kaffeefilter, mit dem Du nach alter Mütter Art und Sitte Kaffee aufbrühen willst. Du tust also den Kaffeefilter in einen passenden Filterhalter, gibst ausreichend Kaffeepulver hinzu und gießt das Kaffeepulver dann mit kochendem Wasser auf.

Das Kaffeepulver wird durch das kochende Wasser ausgewaschen und fließt in die darunter bereitstehende Kanne. Das Kaffeepulver bleibt jedoch in der Filtertüte. So war das Ganze ja auch gedacht.

Doch genauso verhält es sich mit unserer Wahrnehmung. Nicht genug, dass wir auf Grund unserer begrenzten Wahrnehmung lediglich einen kleinen Teil der für unsere Entscheidung notwendigen Realität oder Umwelt wahrnehmen. Ganz im Gegenteil. Den kleinen Teil den wir dann wahrnehmen, filtern wir zusätzlich durch unsere Konditionierung.

Deine Konditionierung und Deine Glaubenssätze bewirken vor allem zwei Dinge: Erstens: Bestimmte, von anderen Menschen wahrgenommene Aspekte der Realität werden von Dir nicht wahrgenommen. Zweitens: Bestimmte, von anderen Menschen wahrgenommene Aspekte, werden von Dir anders wahrgenommen, bzw. anders beurteilt.

Je nachdem, wie stark Dein Glaubenssystem ausgeprägt ist, wirst Du Deine Art der Wahrnehmung und Verarbeitung dann vehement vertreten, oder aber Deine Konditionierung um weitere Aspekte der Wahrnehmung bereichern.

Es gibt keine richtige, oder falsche Wahrnehmung. Aber es gibt sehr wohl verhärtete Konditionierungen.

Deine Konditionierungen sind jedoch der Schlüssel, um zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Du kennst bestimmt die Metapher vom halb vollen oder halb leeren Glas. Hier beschreibt der Volksmund, wie Menschen unterschiedlich wahrnehmen.

Prüfe einmal, ob Du mit dieser Aussage etwas anfangen willst. Ob Du Sie weiterspinnen willst.

Realität wird immer durch die Brille unserer Konditionierung wahrgenommen. Sie ist somit immer auch als Fiktion zu werten.

Je mehr Du Deine Konditionierung, Deine Glaubenssätze, die Intention Deiner Werte und Dogmen verstehst, desto besser wird es Dir gelingen, die Fiktion zumindest teilweise hinter dir zu lassen.

Halten wir noch einmal fest: Wir Menschen neigen dazu, unser Leben zu planen. Dazu analysieren wir den Status Quo, also die aktuelle Lage und die Umweltbedingungen, in denen wir uns befinden.

Die Ergebnisse der Planung, also unsere Ziele nehmen wir durch gedankliche Prozesse vorweg und definieren darauf aufbauend unser Vorgehen, um diese Ziele auch zu erreichen.

Daran ist auch rein gar nichts verwerflich. Das ist ein absolut adäquates Vorgehen, um unseren Sicherheitswünschen zu entsprechen. Und jeder Mensch sucht nach Sicherheit und Halt im Leben.

Nur haben wir mittlerweile auch festgestellt, dass wir auf Grund unserer Beschränktheit nur einen Bruchteil der uns umgebenden Umweltbedingungen in unsere Überlegungen und Gedankenexperimente einfließen lassen können. Weiterhin färben wir die Eindrücke, die wir tatsächlich wahrnehmen mit unseren konditionierten Verhaltensweisen und Glaubenssätzen.

Auch wenn uns dieses Vorgehen lieb geworden ist und uns Sicherheit vermittelt, dürfen wir jetzt feststellen, dass dieses scheinbar so sinnvolle Vorgehen, auf reiner Fiktion basiert.
Einerseits ist die Datenbasis nicht vollständig, andererseits beurteilen wir die unvollständige Datenbasis auch noch durch eine Schweißerbrille.

Und doch scheint es die beste Vorgehensweise zu sein, um der Komplexität des Alltags zu begegnen.

Vielleicht kennst du ja das Experiment, in dem Affen gegen professionelle Börsenspekulanten angetreten sind. Man wollte herausfinden, ob Experten durch ihr strategisches Portfolio Management einen tatsächlich höheren Mehrwert erwirtschaften können, als Affen. Die Affen wählten Ihr Portfolio, in dem Sie mit Darts auf den Finanzteil einer Wirtschaftszeitung warfen. Die zufällig getroffenen Werte, wurden dann dem Portfolio der Affen zugeführt. Um es kurz zu machen. Die Affen lagen gleichauf mit den Börsenprofis. Dieses Experiment wurde später wiederholt. Dann mit dem Ergebnis, dass die Affen, die Profis weit hinter sich ließen.

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Das ist ein gutes Beispiel, wie Realität und Fiktion unser Leben beeinflussen. Wärst Du anhand dieser Erkenntnis nun bereit, Deine gesamten Ersparnisse einem von Affen gemanagten Wertpapier-Portfolio anzuvertrauen.

Ich denke, dass sich die Mehrheit wahrscheinlich dagegen entscheiden würde.

Realität und Fiktion bilden fließende Übergänge

Doch an diesem Beispiel bestätigt sich, dass Realität und Fiktion fließende Übergange im Alltag bilden.

Obwohl es mehrfach belegt wurde, dass die Affen – oder nennen wir es einen Zufallsgenerator, die besseren Ergebnisse erzielen, weigert sich der Großteil der Menschen, das Leben wirklich fließen zu lassen.

Sich dem Zufall zu überlassen. Der Zufall macht uns Angst. Aus diesem Grund versuchen wir das Leben zu kontrollieren. Mit unserem Denken zu steuern. Auch dann wenn uns bewusst wurde, dass die Datenbasis, als auch die die Bewertung der zur Verfügung stehenden Datenbasis lediglich eine Krücke darstellt.

Und wenn Du genau hinsiehst, wird Dir diese Krücke in allen Lebensbereichen begegnen. Wir denken, unser Leben steuern zu können, aber genau genommen ist diese Anmaßung der Anfang allen Leids.

Leid deswegen, da wir versuchen die Zukunft in Gedanken vorauszunehmen.

Auf der einen Seite ist da die Umwelt. Unser Arbeitsplatz, unsere Familie, unsere Kinder, der Staat, Religionen und viele weitere Akteure mehr. Alles Eindrücke, die auf uns einwirken.

Auf der anderen Seite befinden wir uns. Der Mensch. Ein Komplex, der denkt, das Ergebnis seiner Erfahrungen zu sein. Der die Umwelt auf Grund seiner Erfahrungen, also der Vergangenheit, versucht zu deuten.

Wie gut uns das tatsächlich gelingt, darüber haben wir bereits gesprochen. Wenn Du so willst könnte man im besten Fall sagen, dass wir durch blinden Aktionismus versuchen, die Wahrheit über eine scheinbare Steuerbarkeit der Realität, nicht ans Tageslicht kommen zu lassen. Die Erkenntnis würde im ersten Moment unser Sicherheitsbedürfnis bis ins Mark erschüttern. In einem zweiten Schritt könnte diese Erkenntnis jedoch zu tieferem Frieden führen.

Wieso könnte das so sein. Und auch hier bitte ich Dich wieder genau zu überprüfen, ob das hier Gesagte, denn tatsächlich auch für Dich Relevanz hat.

Wenn Du Dich erinnerst, wirst Du in Deinem Leben bestimmt schon einmal festgestellt haben, dass Leben plötzlich eine eigene Dynamik entwickelt. Alle Planungen, alle Vorstellungen und Ideale, die Du mit einem bestimmten Ergebnis verbunden hattest, musstest Du damals plötzlich und unvorbereitet über Bord werfen. Du musstest feststellen, dass Deine Vorstellung zukünftiger Ereignisse nicht der Realität entsprach. Plötzlich warst Du Dir der Fiktion bewusst.

Das kann der Fall sein, wenn Du Dich plötzlich damit abfinden musst, dass Du keine Familie gründen wirst, weil schlichtweg der Partner fehlt. Das kann der Fall sein, wenn Du plötzlich die sichergeglaubte Arbeitsstelle verlierst und das kann auch der Fall sein, wenn eine Naturkatastrophe oder ein Krieg, Deinen gesamten Lebensplan vorerst zerstört.

Doch der Mensch neigt dann gerne dazu, genau so weiterzumachen, wie bisher. Er verdrängt die gemachte Erfahrung und setzt sich neue Ziele – und das gleiche Spiel beginnt von vorne.

Das macht aber auch deutlich, dass der Mensch Ziele im Leben benötigt.

Um mit der Komplexität und Unsicherheit des Alltags umgehen zu können, benötigen wir Ankerpunkte, die uns zumindest für einen Zeitraum die Fiktion von Sicherheit und Halt vermitteln.

Was verändert sich nun für Dich, in dem Du die Relativität von Fiktion und Realität immer mehr wahrnimmst?

Die Antwort lautet: Deine Gelassenheit nimmt zu. Irgendwann aber auch Dein innerer Frieden.

Wie kannst Du vorgehen, um den Schleier Schritt für Schritt zu lüften.

Hinterfrage Dein Handeln. Hinterfrage, welcher Antrieb tatsächlich hinter Deinen Ambitionen steht. Hinterfrage Deine Werte, die Du Dir im Laufe Deines Lebens geschaffen hast.

Gerade letzteres kann dann gelingen, wenn Du Dich einmal fragst, wieso andere Menschen teils ein völlig anderes Weltbild vertreten, als du es tust. Geh dazu in die Gegensätze und versuche zu verstehen, wie es dazu gekommen ist.

Vielleicht machst Du die Erfahrung, dass jedes Weltbild auf Grund spezifischer Vergangenheiten entstanden ist. Je stärker ein Weltbild an das persönliche Überleben geknüpft ist, desto vehementer und dogmatischer wird es vertreten werden.

Es ist völlig egal, für welchen Glaubenssatz Du einen Thron baust. Wenn Du nur lange genug und mit ausreichender Intensität diesen Glaubenssatz wiederholst, wird er zu Deiner Realität werden.

Und hier wird es spannend für das Thema „Berufung“. Es gibt Glaubenssätze, die wir uns in Zeiten aneignen, zu denen Sie uns wirklich dienlich sind. In denen Sie uns helfen, extreme Herausforderungen zu bestehen.

Oft ist das in der Kindheit der Fall. Gerade in dieser Zeit werden extrem starke Glaubenssätze formuliert, gelebt und verinnerlicht. Kinder tun nahezu alles, um die Liebe Ihrer Eltern zu bekommen. Wenn man sich in einer bestimmten Art und Weise artig verhält, lernt man, dass die Eltern mit vermehrter Aufmerksamkeit und Zuneigung belohnen.

Dieses Verhalten ist sicherlich nicht sinnvoll, aber aus Sicht des Kindes logisch und nachvollziehbar. Der Glaubenssatz sich wohlverhalten zu müssen, um ausreichend Nähe und Zuneigung zu bekommen, dauert an.

Schwierig wird es dann, wenn man als erwachsener Mensch dieses Verhalten auch noch in der eigenen Beziehung an den Tag legt. Es könnte bedeuten, dass man für die eigenen Werte und Bedürfnisse nicht genügend eintritt, um die Zuneigung des Partners nicht zu gefährden.

Da man es in der Beziehung nun aber nicht mehr mit den Eltern zu tun hat, kann dieses Verhalten genau das Gegenteil bewirken. Die gelernte Strategie greift nicht mehr. Glück hat dann derjenige der schon begriffen hat, dass die Persönlichkeit ein Konstrukt unserer Erfahrungen und Konditionierungen ist.

Dann sind alternative Strategien in der neuen Beziehung denkbar.

Wenn Du Dir jedoch noch nicht über den Einfluss Deiner Konditionierung auf Realität und Fiktion klar geworden bist, dann wird Veränderung schwierig.

Und das gilt für alle anderen Lebensbereiche auch.

In dem Maße, in dem Du Dir darüber bewusst wirst, dass Realität als solche nur in unseren Köpfen existiert, in dem Maße in dem Du erfährst, dass jede Objektivität subjektive Elemente beinhalten muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden, in dem Maße befreist Du Dich aus den Zwängen, die Du Dir selbst auferlegt hast.

Auferlegt in einem Bild, wie Du denkst sein zu müssen. Ein Bild, das bei Nichterreichung zu Leid und Trauer führen kann.

Lüfte den Schleier und finde heraus wer Du wirklich bist.
Betrachte Deine Gefühle völlig unvoreingenommen und akzeptiere sie, wie Sie sind.
Betrachte Deine Gedanken mit Interesse, aber verändere sie nicht.
Lass auch das Werten hinter Dir, denn jede Wertung ist ein nur ein weiteres Spiegelbild Deiner Konditionierungen.
Und mit jeder Wertung, verstärkt Du diese Konditionierung und wertest Dich selbst.

Mehr und mehr wirst Du auf diese Weise zu dem vordringen, was Dich ausmacht.

Und das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.

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