Erfolg und Versagen

Erfolg ist lobenswert, Versagen bringt jedoch wesentlich weiter

Erfolgreiche Menschen sind mit Vorsicht zu genießen

Folgendes sollte man sich bewusst machen: So sehr erfolgreiche Menschen zu glänzen und schillern scheinen, wir als Außenstehende sehen nur die lichte Seite. So sehr ihnen alles zuzufliegen scheint, so wenig wissen wir als Bewunderer, was ihnen dafür fehlt.
Die meisten Menschen machen folgenden Fehler: Sie sehen eine erfolgreiche Person, bewundern sie und heben sie geradezu auf ein Podest. Wir schreiben ihnen Perfektion in allen Bereichen zu, obwohl dies gar nicht zutreffen muss. Meistens tut es das auch nicht. Wir hinterfragen ihre Ratschläge nicht und nehmen sie an, ohne vorher zu überprüfen, ob er für uns wirklich der richtige ist. Schließlich äußern erfolgreiche Persönlichkeiten ihre Tipps auch nur von ihrem Standpunkt aus.

So erfolgreich jemand im Beruf ist, so einsam kann er dafür im privaten Bereich sein. So sehr jemand im Sport glänzt, so wenig gelingt es ihm womöglich, ernsthafte Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Es geht dabei nicht darum, erfolgreiche Menschen zu verurteilen, sondern sich einfach nur wieder die zwei Seiten der Medaille bewusst zu machen.

Versager sind nicht gleich Versager

Begegnen wir dagegen Menschen, die einsam, arbeitslos oder nicht gut situiert sind beäugen wir sie mit einer Haltung zwischen Misstrauen und Herablassung. Wir schreiben ihnen Inkompetenz zu und stempeln sie meistens ab, ohne weiter darüber nachzudenken. Selbst, wenn wir mit ihnen gut auskommen bleibt eine gewisse Skepsis, bis wir sie besser kennen lernen und ein umfassenderes Bild von ihnen bekommen.

Wenn jemand einsam ist, ist er nicht gleich unbedingt sozial unfähig. Möglicherweise hat er vor langer Zeit seinen Partner verloren und kann sich seitdem auf keine neue Beziehung mehr einlassen. Oder er ist vielleicht gemobbt worden und meidet deshalb ganz bewusst den Kontakt zu Menschen. Jemand, der arbeitslos ist, hatte womöglich einfach Pech oder fiel betriebsbedingten Intrigen zum Opfer. Hat jemand nicht viel Geld, liegt das vielleicht daran, dass er jemanden unterstützt, dem es noch schlechter geht.

Auch in diesem Fall gilt es also, sich beide Seiten bewusst zu machen und sich ein möglichst zusammenhängendes Bild vom Menschen zu machen, bevor man ein Urteil fällt.

Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass man erfolgreiche Menschen meiden und sich mit gescheiterten Menschen anfreunden soll. Man sollte im Fall einer Begegnung versuchen unvoreingenommen zu bleiben und sich ein Stück weit auf den Menschen einlassen.

Erfolg kann von Nachteil - Versagen von Vorteil sein

Zudem gilt es noch einen weiteren Aspekt zu beleuchten: Erfolgreiche Menschen, die zumeist ohne Probleme durchs Leben gegangen sind, sind nicht zwangsläufig die angenehmsten Zeitgenossen. Da sie es gewohnt sind, positive Erfahrungen zu machen, können sie schnell überfordert sein, wenn es mal nicht nach Plan für sie verläuft und den Boden unter den Füßen verlieren. Diese Hilflosigkeit macht sie beispielsweise nicht unbedingt zu zuverlässigen Freunden. Hinzu kommt oft ein Mangel an Empathie und Verständnis für die Umstände anderer Menschen, was das zusammen sein mit ihnen schwierig machen kann.

Im Gegenzug können Menschen, die die Kehrseite des Lebens kennen sehr gute Zuhörer sein und sehr behilflich dabei, Lösungen für Probleme zu finden. Sie wissen sehr genau, wie das Leben einem in die Quere kommen und einem zu schaffen machen kann. Dadurch besitzen sie ein umfassenderes Bewusstsein für die Situation ähnlich oder anders Betroffener. Natürlich kommt es dabei auch auf die Gründe ihres Scheiterns an. Wenn jemand den ganzen Tag damit verbringt, vor dem Fernseher zu sitzen und Fast Food in sich hinein zu stopfen, weil er es so möchte, kann schwer was anderes sein als ein schlichter Faulpelz.

Diese Schilderungen sind keine Faustregeln, sondern nur Möglichkeiten, denen man sich so gut wie möglich bewusst sein sollte, wenn man der entsprechenden Sorte Mensch begegnet. Es können auch ganz andere Konstellationen auftreten.

Was Erfolg und Versagen für uns bedeuten

Wie sieht es gerade in deinem Leben aus? Sind deine Unternehmungen und Vorhaben von Erfolg gekrönt, oder bist du zum wiederholten Mal bei etwas wichtigem gescheitert? Wenn ersteres auf dich zutrifft, würde ich dir gerne folgendes mit auf den Weg geben: Genieße ruhig den Erfolg, aber verliere nicht das Bewusstsein für dein Umfeld. Sei dir bewusst, dass auch Glück zum Erfolg gehört und dass er bei allen Bemühungen nie garantiert ist. Habe also Verständnis für Menschen, denen es nicht so ergangen ist wie du und versuche, wenn möglich, sie zu unterstützen.

Trifft dagegen letzteres auf dich zu, dann versuche folgendes zu verinnerlichen: Jedes Versagen wird dir auf dem Weg zum Erfolg weiterhelfen. Indem du dich mit den Gründen für dein Scheitern auseinandersetzt, setzt du dich mit dem auseinander, was dir fehlt und du noch lernen musst. Dieses Wissen wird dir behilflich sein und dich weiter zum möglichen Erfolg führen. Mit Sicherheit wird es Momente geben, in denen es dir schwer fallen wird, weiter zu machen. Gönn dir in solchen Phasen ruhig eine Pause, um dann gestärkt weiter zu machen. Möglicherweise erwirbst du dabei noch weitere nützlicheFähigkeiten, die dir auch auf anderen Gebieten zu gute kommen können.

Es ist nun mal eine unumstößliche Wahrheit, dass wir Menschen aus den schmerzhaftesten Lektionen am meisten lernen, weil diese besonders im Gedächtnis bleiben. Nur, wer tatsächlich Schmerz erfahren hat, versteht den Schmerz von anderen. Jemand, der nie bei etwas gescheitert ist, kann kaum die notwendige Sensibilität entwickelt haben, die für das Verständnis anderer Menschen unabdingbar ist.

Versuche also, dich nicht von deinem Ziel abbringen zu lassen, wenn es nicht klappt, sondern nimm die Lektionen mit und wende sie beim nächsten Versuch an. Versuche die Situation als Station auf deinem Weg zu betrachten, an der du hast anhalten müssen, um dem Erfolg näher zu kommen. Rückblickend wirst du dann erkennen, dass der Erfolg ohne diese Erfahrungen nicht möglich gewesen wäre.

Alles Liebe

Sayeda

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