Der Auslöser für Unglück im Leben

Oder: Wie es sich langsam einschleicht

Was Glück oder Unglück letztendlich bedeuten, ist individuell.

Glück und Unglück in der Kindheit

Da wir Menschen individuell sind, hat jeder auch individuelle Vorstellungen von Glück und eben auch Unglück. Zu Beginn unseres Lebens, also als Neugeborene, unterscheiden wir uns jedoch kaum voneinander in unseren Bedürfnissen; In diesem Stadium des Lebens wollen wir genährt, gehalten und umsorgt werden. Wir schreien, wenn unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Sauberkeit oder Zuwendung auftreten und machen gleichzeitig so auf uns aufmerksam. Sind diese gestillt, sind wir sehr schnell zufrieden.

Als Kleinkinder allerdings beginnen schon die ersten Unterschiede. Ganz klar wollen viele in dem Alter hauptsächlich spielen, allerdings kann es deutliche Unterschiede darüber geben, wie. Es kann sein, dass sie entweder mit anderen Kindern, mit ihren Eltern, oder ganz für sich allein spielen wollen. Dann gibt es noch verschiedene Präferenzen bezüglich des Spielzeugs. Manchen reicht die Zuwendung der Eltern, andere wollen ganz ausgefallenes Spielzeug, während wiederum andere mit dem spielen, was sie gerade zur Verfügung haben. Da können wir in unserer Rolle als Eltern die Zuwendung nicht durch teures Spielzeug ersetzen, oder kindliche Wünsche einfach ignorieren.
Je älter wir werden, desto differenzierter werden unsere Bedürfnisse, Wünsche und somit auch die Vorstellungen von einem glücklichen und erfüllten Leben. Zumeist werden sie aber von Erwartungen und Vorstellungen anderer überlagert, so dass wir diesen Dschungel in uns erst mal durchkämmen müssen. Das kann anstrengend sein.

Das Leben definiert die Vorstellung von Glück und Unglück

Mit zunehmendem Alter und der damit einhergehenden Erwartung, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, zielen unsere Glücksvorstellungen meist unbewusst darauf ab, von diesen Lasten –zumindest vorübergehend- befreit zu werden und die Seele einfach mal baumeln zu lassen. Dahinter könnte der Wunsch nach einer Pause, z.B. nach einem Erholungsurlaub stecken. Dieser Wunsch hat nicht direkt mit dem Thema Glück zu tun, trägt aber vielleicht dazu bei, ausgeruht lässt es sich oft besser nachdenken.

Hinzu kommt, dass von den Medien ziemlich eingängige Vorstellungen an uns suggeriert werden, was Glück im Leben bedeutet: Unendlich viel Geld, schlank und schön, erfolgreich im Showbusiness. Wir lassen uns davon beeinflussen und das zumeist ohne uns vorher zu fragen, ob wir mit dieser Vorstellung überhaupt etwas anfangen können oder sie uns anspricht. Auf diese Weise jagen wir dem scheinbaren Glück hinterher, ohne überhaupt zu wissen, ob uns das wirklich glücklich macht.

Herauszufinden, was einen glücklich macht, ist deshalb schwierig, weil wir so viel äußeres Input erhalten und uns erst mal mit uns selbst beschäftigen müssen, um dies auszufiltern.

Erster Schritt: Unglück definieren  

Die Wahrheit ist, dass wir oft zunächst gar nicht wissen, was uns glücklich macht und oft stutzen, wenn wir über diese Frage stolpern. Der Grund dafür ist die gleichzeitige Unwissenheit darüber, was uns unglücklich macht. Wüssten wir dies, könnten wir schneller und leichter herausfinden, was uns glücklich macht. Dabei ist nicht automatisch das Gegenteil anzunehmen, es könnte aber ein wichtiger Hinweis für unsere Suche sein.

Die Antwort auf die Frage, was uns unglücklich macht, ist außerdem viel leichter zu finden, als die Antwort darauf, was  uns glücklich macht. Unser Gehirn behält negativ behaftete Erinnerungen nämlich wesentlich länger, als positive, weil Lektionen so langfristig eingespeichert werden.

Stelle dir also selbst möglichst unvoreingenommen die Frage, was dich unglücklich macht. Oder um gleich auf die Erinnerungen in der Kindheit zuzugreifen, was hat dich als Kind unglücklich gemacht? Die Antworten darauf können vielfältig sein. Im Folgenden sehen wir uns ein paar Antworten an, um anhand von Beispielen brauchbare Lösungsansätze zu finden:

Mögliche Antworten:

1.    Einsamkeit: Wachsen wir als Einzelkind auf und erhalten nicht ausreichend Zuwendung durch unsere Eltern oder gleichaltrigen Kindern, fühlen wir uns allein gelassen und langfristig stellt sich das Gefühl von Einsamkeit ein. So kann sich die Überzeugung einschleichen, nicht liebenswert zu sein, obwohl das natürlich nicht stimmt und auch nicht in unserer Verantwortung liegt.
2.    Ignoranz: In diesem Fall erhalten wir zwar Aufmerksamkeit von unserem Umfeld, aber bei weitem nicht die gewünschte Variante. Wir werden bei Unternehmungen und Aktivitäten eingebunden, die uns nicht zusagen, oder zumindest keinen Spaß machen. Vorschläge werden nicht mit einbezogen, sondern ignoriert. So fühlt man sich wie das fünfte Rad am Wagen oder einfach nicht zugehörig.
3.    Beschränkung: Das Gegenteil kann genauso belastend sein. Wachsen wir mit vielen Geschwistern auf, was mitunter für viel Trubel sorgt, fühlen wir uns womöglich eingeschränkt, weil uns der nötige Raum zur Entfaltung fehlt.
Welches dieser Beispiele trifft auf dich zu? Oder geht es bei dir möglicherweise um was vollkommen anderes? Wenn du auf die Weise ermittelst, was dich unglücklich gemacht hat, erfährst du über den darüber aufkeimenden Wunsch, was dich glücklich macht.
Die Frage nach dem Glück zieht es oft nach sich, dass man weitere Aspekte im Leben hinterfragt, weil man zwangsläufig nach Voraussetzungen sucht, um für sich und seine Mitmenschen ein glückliches Leben zu ermöglichen. Dabei lernen wir uns selbst auf neue Weise kennen und stoßen vielleicht auf unerwartetes in unserer Persönlichkeit.

Was absolut unglücklich macht

Oft fällt uns erst bei der Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Glück auf, dass wir möglicherweise unglücklich sind. Das liegt daran, dass in unserer Gesellschaft erwartet wird, permanent Leistungen zu erbringen. Uns wird vermittelt, dass konstant gute erbrachte Leistungen zum Erfolg führen und so bemühen wir uns darum, ohne dies weiter zu hinterfragen.

Wir versenken uns also in dieses Bestreben, um so später zu Erfolg zu gelangen, was aber noch lange keine Garantie für Glück ist. Das permanente Erbringen von Leistung wird zur Gewohnheit und genau das ist das Schlimme. Denn durch diese Gewohnheit beschränken wir uns fast ausschließlich aufs Funktionieren und vergessen dabei vollkommen genau so wichtige Aspekte des Lebens. So schleicht sich Unglück allmählich als Gewohnheit ein.

Das Leben aber ist einfach zu kurz, um nur zu funktionieren. Also sollten wir uns selbst nicht vergessen

Sayeda

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