Das Licht in sich stärken

Oder: Sich seiner positiven Seite vollkommen bewusst werden

Sein Leben im Licht zu erkennen, ist fast so wichtig wie Atmen.

Sich seinem Licht bewusst werden

Negative Erfahrungen in allen möglichen Abstufungen hinterlassen immer Spuren in uns. Manche sind so flach, dass sie bald wieder verschwinden, andere dagegen hinterlassen starke Wunden und Narben. Menschen, die mit solchen Erlebnissen fertig werden mussten, haben einen harten Kampf hinter sich, der sie auch einschneidend beeinflusst und verändert für ihr weiteres Leben. Oft haben sie Probleme, ihr Leben in die Hand zu nehmen und möglichst normal weiter zu führen, weil sie sich kraftlos oder wie ausgelaugt fühlen. Der Grund dafür ist, dass sie durch die gemachten Erfahrungen ihre Stärken entweder vergessen haben, oder sie nie darin gefördert worden sind. Dadurch sind sie ihnen zwangsläufig nicht bewusst, was zur Folge hat, dass sie sie sich auch nicht zu Nutze machen können. Genau das ist der Knackpunkt. Menschen, die scheinbar leicht und gelassen durchs Leben hüpfen, haben selten einfach nur mehr Glück gehabt (Ausnahmefälle gibt es natürlich). Die Wahrheit ist, dass sie sich sowohl ihrer dunklen als auch ihrer lichten Seite voll bewusst sind.

Die Herausforderung für die Menschen besteht also darin, sich ihrer Stärken und positiven Seiten bewusst zu werden, damit sie so ein Werkzeug haben, mit dem sie das Leben konstruktiv angehen können. Das ist in Anbetracht der persönlichen Ausgangssituation für die Betroffenen verständlicherweise nicht einfach zu bewerkstelligen, weil sie zunächst keine bis nur wenige Anhaltspunkte haben oder es ihnen schwer fällt, diese Stärken anzunehmen und an sie zu glauben.

Sich dem Licht bewusst zuwenden

Da stellt sich zwingend logisch die Frage, wie man da am besten vorgeht. Der erste Schritt wäre sich über folgendes klar zu werden: Man hat Erfahrungen durchgemacht, bei denen es nicht selbstverständlich ist, ob ein Mensch sie wirklich erfolgreich übersteht. Denn auch wenn die Situationen durchgestanden sind, knabbert man noch lange daran und realisiert überhaupt nicht welche Kraft in einem vorhanden sein muss, um das zu schaffen. Man sollte sich also wohl verdient auf die Schulter klopfen und sich seiner offensichtlich vorhandenen Kraft bewusst werden. In der Konsequenz bedeutet das: Wer die Kraft hat, einschneidende, tiefschürfende Erlebnisse zu überstehen, hat auch die Kraft, sein Leben in positive Bahnen zu lenken. Ein Anfang ist schon der bewusste Wille, diesen Zustand zu verwirklichen.

Sich seiner Stärken bewusst zu werden und sie gezielt einsetzen zu können ist dafür der nächste Schritt. Dies erfordert die unbedingte Bereitschaft, Zeit und auch Engagement zu investieren. Das ist deshalb so wichtig, weil man nur durch bewusstes Probieren seine Stärken erkennen kann. Man muss sich öffnen und auf neue Dinge einlassen, um sie zu entdecken und auch zunehmend sich weiterer wichtiger Aspekte seiner selbst bewusst zu werden. Ein sinnvoller Ansatz kann dabei sein, darüber nachzudenken, was man gerne macht. Dabei sollte man auf keinen Fall den Fehler machen, die erkannten Stärken gleich für bestimmte Ziele einzusetzen. Das ist zu überhastet. Man sollte sich wirklich zunächst auf deren Bewusstwerdung konzentrieren. Nur so wird man sich des vollen Umfangs seiner Persönlichkeit und somit seiner Ausrüstung voll bewusst.

Das Licht annehmen

Ist man sich seiner Stärken bewusst geworden, steht man als nächstes vor der Herausforderung, diese als Teil seiner selbst anzuerkennen und darauf zu vertrauen. Ein Grund, weshalb dies so schwer fällt ist die Neigung, sie gleich wieder in Zweifel zu ziehen. Man plagt sich selbst mit der Frage: „Wenn ich tatsächlich über solche Stärken verfüge, warum war ich dann in der Vergangenheit so hilflos? Wieso habe ich sie nicht abgerufen?“

Die Antwort darauf lautet: Was man sich nicht bewusst ist, kann man auch nicht abrufen und schon gar nicht gezielt einsetzen. Wäre man vorher schon auf eine Stärke gestoßen, hätte man sie auch zur Lösungsfindung eingesetzt. Alle gemachten Erfahrungen dienen unserer persönlichen Entwicklung und wir würden nicht da stehen, wo wir jetzt sind, wenn wir sie nicht ungefiltert erlebt hätten. Außerdem ist ja auch eine ganz bestimmte Stärke von Anfang an mit dabei gewesen: Die Kraft, das durchzustehen, die wie schon gesagt, alles andere als selbstverständlich ist. Diese Kraft mit deinen nach und nach hinzukommenden Stärken werden dir ein umso stärkeres Selbstvertrauen vermitteln, ohne dass du deine Bodenhaftung verlierst.

Denn das ist der entscheidende Unterschied zu Menschen, die sich ihrer Stärken ziemlich früh bewusst geworden sind und darin gefördert wurden. Sie verlieren schnell die Bodenhaftung und wenn dann im Leben etwas schief geht, werden sie damit nur schwer fertig, weil sie mit Misserfolgen gar nicht rechnen. Menschen aber, die das Leben von beiden Seiten kennen, vergessen zwangsläufig nie, dass Erfolg und Glück nicht zwingend von Dauer sein müssen und sind deshalb umso schwerer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie können nach einem Höhenflug gar nicht so tief fallen, weil sie gar nicht erst so hoch abheben.

Dem Licht vertrauen

Dieser ganze Prozess läuft in mehreren Etappen ab und Rückschläge sind dabei nicht ausgeschlossen. Auf sich selbst zu vertrauen und auch mit seinen positiven Aspekten erfordert Zeit. Man muss sich sprichwörtlich daran gewöhnen, dass man auch positive Anteile an seiner Persönlichkeit hat und sich darüber freuen darf. Es ist ein Training für sich.

Zu lernen, in sich selbst zu ruhen und zu vertrauen ist in späteren Jahren zwar schwieriger aber trotzdem erlernbar. Außerdem können dadurch ganz andere Kräfte in dir wirken, wie sie bei anderen Menschen gar nicht zum Vorschein kommen können, weil sie nicht dasselbe durchstehen mussten.

Manchmal ist die Versuchung da, Menschen mit einer leichten Vergangenheit zu beneiden, weil sie offenbar mit leichterem Herzen durchs Leben gehen. Der Wunsch ist im ersten Moment verständlich, aber unangebracht: Denn nur, wer an seine Grenzen gebracht wird, kann sich weiter entwickeln.

Wir kennen uns nur, wenn wir uns beiden Seiten in uns bewusst sind.

Alles liebe

Sayeda

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