Achtsamkeit erlernen

Oder: Wie du dich selbst besser behandelst

Achtsamkeit ist wichtig für unser eigenes Wohlbefinden

Achtsamkeit sorgt für Stabilität

Ein Grund warum manche Menschen stärker, stabiler oder mutiger als andere scheinen und es zum Großteil auch sind, ist dass sie achtsam mit sich selbst umgehen.

Da stellt sich natürlich die Frage: Was genau bedeutet es denn eigentlich, achtsam mit sich umzugehen? Achtsam mit sich umzugehen heißt im Grunde nichts anderes, als gut und fürsorglich mit sich selbst umzugehen und das sowohl körperlich als auch seelisch und ebenso mental. Sie wissen sehr gut, wieviel sie sich zumuten und erlauben können und besitzen die Fähigkeit, Grenzen sowohl im Innern als auch im Äußeren zu setzen und entsprechende Distanz zu wahren, wenn die Situation es erfordert.

Wenn sich jemand darüber wundert und denkt „Was ist daran so besonders? Sowas ist doch selbstverständlich! Wer keine Grenzen setzt, tut sich doch damit nichts Gutes!“

Ist das wirklich so selbstverständlich für jedermann? In Zeiten, in denen Krankheiten wie Depressionen und Burn-Out einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht haben und Überstunden und aufgezwungene Flexibilität aufgrund des aktuellen Arbeitsmarktes erbringen müssen, kann ich meines Erachtens nicht behaupten, dass jeder Mensch über ausreichende Achtsamkeit für sich selbst verfügt. Nur Menschen, die ganz genau wissen, wie weit sie sich selbst strapazieren dürfen, werden von solchen seelischen Belastungen nicht betroffen. Da sie ihre eigenen Grenzen kennen, wissen sie genau, wann sie stoppen müssen. Sie sind nicht weniger leistungsbereit als andere, lassen sich aber nicht in gleichem Maße vom Arbeitgeber ausnutzen.
Sicher gibt es Zeiten, in denen man Überstunden und Mehrarbeit leisten muss, wenn es aber auf Kosten des eigenen Wohlergehens geschieht, sollte man wissen, wo man die Reißleine ziehen muss, um nicht dauerhaft dem Stress ausgesetzt zu sein. Man kann keine Leistung erbringen, wenn man nicht in guter Verfassung ist.

Aus diesem Grund sind achtsame Menschen oft deutlich stabiler, weil sie wissen, wie sie auf verschiedene Situationen bestmöglich reagieren können.

Fehlende Achtsamkeit erkennen

Woran lässt sich erkennen, ob jemand achtsam mit sich selbst umgeht oder nicht? Teilweise ist das gar nicht so schwer zu erkennen, wenn man seine Augen öffnet und aufmerksam beobachtet. Optische Anzeichen wären folgende: Übergewicht, Augenringe, ungepflegtes Auftreten, eher schmuddelige Kleidung und erschöpfte oder verdrießliche Mimik. An solchen Anzeichen lässt sich gut erkennen, dass die Betroffenen mit anderen Sorgen belastet sind und aus diesem Grund nicht ausreichend an sich denken oder sich damit schwer tun, Grenzen zu setzen.

Dann gibt es allerdings noch Anzeichen, die man nicht auf Anhieb bemerken kann, weil sie optisch gar nicht auffallen und sich daher erst später bemerkbar machen. Diese Situationen erkennt man erst, wenn man die Person näher kennt und sie sich daher auch entsprechend öffnen kann. Umstände, in denen auf mangelnde Achtsamkeit geschlossen werden kann, sind z.B. Beziehungen mit einem unzuverlässigen oder lieblosen Partner, eine unordentliche, schmutzige Wohnung, eine ungeliebte Arbeit oder ein schädliches soziales Umfeld, das mit Drogenkonsum usw. behaftet ist. All diese Situationen lassen die Schlussfolgerung zu, dass diese Menschen nicht wissen, wie sie Grenzen so für sich setzen, dass sie mit Menschen in Verbindung kommen, die ihnen gut tun und ihnen helfen, im Leben vorwärts zu kommen.

Ursache für geringe oder komplett fehlende Achtsamkeit ist meist ein geringes Selbstwertgefühl, das schon früh in der Kindheit geprägt wurde und später im Leben als Erwachsener kaum oder gar nicht bewusst ist. Da das mindere Selbstwertgefühl durch die Prägung fast schon selbstverständlich ist, wird es selten hinterfragt. Erst wenn dieses Wissen ins Bewusstsein Einzug erhält, beginnt man sich zu fragen, warum man einen solch fraglichen Lebenswandel pflegt. Dies zu erkennen ist allerdings der erste notwendige Schritt, für eine positive Veränderung.

Achtsamkeit lässt sich erlernen

Den achtsamen und fürsorglichen Umgang mit sich zu erlernen erfordert, dass man sich der diesbezüglichen Defizite auch bewusst ist.
Worin besteht also dein Mangel an Achtsamkeit? Stelle dir diese Frage und beantworte sie auch ehrlich. Welche Bereiche sind betroffen? Ist es dein Gewicht? Deine Arbeit, der Zustand deiner Wohnung, dein soziales Leben oder dein Freundeskreis? Ist es nur ein Bereich oder sind mehrere betroffen?

Als nächstes gilt es die Ursache herauszufinden: Ein Aspekt ist das bereits erwähnte Selbstwertgefühl, der weitere worin sein Ursprung liegt. Nehmen wir dazu das Beispiel Übergewicht: Warum bist du übergewichtig? Logische Antwort ist schlechte oder fehlerhafte Ernährung, aber woher kommt die? Vernachlässigung der Eltern, Mobbing? Ist dadurch die Gewohnheit entstanden, den Frust oder Schmerz in sich hineinzufressen? Erst, wenn du das weißt, kannst du dir neue Strategien überlegen, um mit den aufkommenden Gefühlen umzugehen und so gleichzeitig deine Ernährung bewusst gesünder ausrichten.

Es geht also nicht nur darum, die negativen Gewohnheiten loszuwerden, sondern ihre Ursache zu kennen, um so das Selbstwertgefühl zu erhöhen und dadurch die Möglichkeit zu erlangen, neue Strategien anzuwenden. Du wirst zudem feststellen, dass du je mehr du an deinem Selbstwertgefühl arbeitest,fast schon automatisch mit dem bis dato vorhandenen Zustand immer unzufriedener sein wirst und allein schon deshalb in Aktion trittst.

Außerdem wirst du feststellen, dass weitere Bereiche ebenfalls positiv von den von dir vorgenommenen Änderungen beeinflusst werden. Gelingt es dir zumBeispiel, eine bessere Position in deiner Arbeit zu bekommen oder gleich eine bessere Stelle, wird die finanzielle Verbesserung dir z.B. ermöglichen besser auf deine Ernährung und auch auf dein Äußeres zu achten. Da es dir auf diese Weise immer besser gelingt, dich selbst anzunehmen, wirst du zunehmend Spaß daran haben, dein Leben Stück für Stück zu verbessern und immer spielerischer dabei vorgehen.

Das allerwichtigste dabei ist: Gehe immer nur einen Bereich an, sonst verzettelst du dich nur und verlierst den Überblick. Dadurch wirst du nur unnötig frustriert und gibst dann auf. Erfreue dich ruhig an deinen Erfolgen und positiven Veränderungen, aber bleibe fokussiert und verschwende nicht dein Potenzial.

Also Schritt für Schritt

Alles Liebe

Sayeda

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